Monsters of Liedermaching – 24.04.2026 – Gebäude 9 Köln

23 Jahre nach Gründung machen Monsters of Liedermaching Station im ausverkauften Gebäude 9, um ihre Songs ihres neuen Albums „Setzen, Sekt“ zu präsentieren. Und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass es für mich eine Premiere ist. Mein allererstes Konzert der Monsters überhaupt steht an und auch die Begleiterin ist erstmals auf einem Konzert dabei. Des Weiteren habe ich Schwierigkeiten mit humorvollen Texten in der Musik und Partyklängen.

In einem Halbkreis angeordnete Stühle verraten, dass sechs Männer an Keyboard und Gitarren heute Songs zum Besten geben. Das Kölner Publikum ist textsicher und singt viele Songs mit, kann aber auch mit Ehrfurcht und Bedacht zuhören. Die Themen der Stücke sind breit gestreut. Durchaus gibt es auch kritische gesellschaftlich-politische Texte, indem es um Arbeitsbedingungen und Finanzielles geht aber natürlich auch über Liebe, die erfüllt ist oder eben Beziehungen, die nicht funktionieren. „Auflaufform“ sticht heraus und es geht um ein Gefäß, dass die verflossene Liebe bei ihm zu Hause vergessen hat und er jetzt weiter nutzt. Hier fühle ich mich stark an „Sie ist weg“ von den Fantastischen Vier erinnert. Drei Musiker fallen mir etwas stärker auf als die anderen.

Rüdiger Bierhorst ist mit über 60 Jahren ein ausdrucksstarker Sänger, die sich gut für Protestsongs eignet, Jens Burger ist der ruhige Sänger fürs Melancholische, der der Liebsten nachweinen oder sie huldigen kann. Peer Jensen performt das Lied des Abends, was am deutlichsten zu mir passt. Dass es sich bei „Ich habe mich nicht so gut ernährt in letzter Zeit“ in Wirklichkeit um ein Cover von Das Pack handelt, spielt keine Rolle, sorgt jedoch dafür, dass ich von da an mit schlechtem Gewissen an meiner Cola nippe. A pro pos Ernährung: Auf die Liebe zum Alkohol können sich alle Bandmitglieder einigen und jeder besingt diese dann und wann. Der Sound ist über die rund dreistündige Konzertdauer stets gut und angemessen, der Gesang verständlich und klar, so dass ich als Laie die Texte gut verstehe.

Publikumsnah, schräg, authentisch, dabei jedoch aber nicht anstrengend oder zu überdreht, zeigt sich ein Sextett, das gut mit Sprache umgehen kann und selbst bei mir Lust auf eine Wiederholung weckt. Denn es ist nicht nur Blödelei und Jux, sondern hat überwiegend Hand und Fuß. Und daher gern mehr davon.

Text: Jan Rombout

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