„Eyes Full“ ist Zoh Ambas Songwriter-Debüt und zugleich die erste Veröffentlichung bei Matador. Mit der Ankündigung erscheint die Single „Another Time“ samt Video. Nachdem sich Amba (they/them) als Saxophonist:in der New Yorker Freejazz-Szene etabliert hatte – ihre Tracks wurde u. a. von John Zorn produziert – und bald weltweit auf entsprechenden Festivals auftrat, führen nun alle Wege zurück zum ersten Instrument: der Gitarre. Und zurück in Ambas Heimatstadt Kingsport in Tennessee. Die Musik auf „Eyes Full“ mit ihrem schlingernden Blues und Appalachian-Folk-Einflüssen ist unverkennbar mit diesem Ort verbunden; strahlt direkt aus seiner Seele.
Die Songs klingen wie von Moonshine-Schnaps berauscht, Ambas Stimme knurrend und wütend. Die Rhythmusgitarre verlangsamt sich und nimmt dann wieder Fahrt auf, bis sie zu entgleisen droht. Der Wechsel zwischen Zärtlichkeit und roher Energie kommt oft unvermittelt, die Zähne blitzen – dann herrscht Stille.
„Eyes Full“ verhandelt das Gesehenwerden. Das Sehen selbst. Die Lyrics richten ihren Blick auf die Arbeiter der Kleinstädte, die sich mühen und nach Erlösung suchen. „Ich hoffe, diese Songs berühren“, sagt Amba. „Sie handeln von Menschen, die unbedingt wahrgenommen werden müssen.“ Lange versuchte Amba eine Identität abseits der eigenen Herkunft zu finden: Aufgewachsen in den Bergen Tennessees, ging Amba mit 17 Jahren nach San Francisco und zog kurz darauf nach New York City. Doch egal, wie weit man rennt, die Heimat schlingt sich immer wieder um die eigenen Knöchel. „Sie holt dich ein“, erzählt Zoh Amba. „Und du musst dich damit auseinandersetzen.“
Während der Kindheit erlebte Amba, wie die eigene Stadt eine schwierige, destabilisierende Phase durchlief. Es verging nicht viel Zeit bis zur Erkenntnis, wie schmal die Grenze zwischen dem eigenen Dasein und dem der am meisten leidenden Leute war. Amba entwickelte ein tiefes Mitgefühl und Verständnis für diese Menschen; jeder Song auf „Eyes Full“ mit all seinen Figuren ist ein Akt der Liebe für sie – vom durch Medikamente abgestumpften Kind bis zum Mann mit der Motorsense, der mit Gott Verstecken spielt.
„Eyes Full“ wurde in Asheville, eine Stunde von Ambas Heimatstadt entfernt, aufgenommen. Ambas bester Freund Kevin Hyland spielt E-Gitarre und Jim White (Bonnie Prince Billy, Cat Power, Bill Callahan), den Amba vor Jahren auf den Straßen New Yorks kennengelernt hatte, Drums. Im Sommer tourt Zoh Amba zunächst mit Courtney Barnett durch die USA.
Text: Pressemitteilung
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