Of Monsters And Men – 07.03.2026 – Palladium Köln

Rund 15 Jahre ist es her, da machte eine sympathische, bodenständige Band aus Island mit einem fröhlichen Folksong „Dirty Talks“ sehr von sich Reden. Beim damaligen zugehörigen Konzert der Tour in Köln, beeindruckte mich die Spielfreude, Authentizität und der Hunger und Durst einer jungen Band. Das hatte ich bis dato selten erlebt und war ansteckend.

Ich verlor die Band nie aus den Augen, auch nicht als der Erfolg abebbte und die Alben zwar stets gut waren, jedoch nie so rund und stimmig, wie das Erstlingswerk „My Head is an Animal“. Nach einer längeren Pause und einigen Musikern auf Solopfaden sind sie wieder da und stellen ihr neuestes Album „All Is Love and Pain in the Mouse Parade“ im ausverkauften Palladium vor.

Doch bevor die Isländer zeigen, dass sie es noch können, beginnt der Support RAKEL den Abend. Auch sie ist Isländerin und arbeitete schon mit Mitgliedern von Of Monsters And Men zusammen. Als Duett spielt sie zarte, ruhige, fast schon zerbrechliche Songs, die Stille erfordern, damit sie hör- und wahrnehmbar sind. Und genau das macht das Kölner Publikum: Zuhören! Wunderbar! Die Songs machen Lust auf mehr, doch damit nicht genug. Zum Schluss des Gigs gesellt sich Frontfrau und Sängerin Nanna Bryndís Hilmarsdóttir von Of Monsters And Men dazu und covert mit ihrem starken Gesang den Song von Feist „Let It Die“. Allein dafür hat sich der Abend schon gelohnt.

Setlist RAKEL:

Petrichor
Eescue remedy
Pillows
11:11
Always
Let It Die (Cover von Feist)

Dabei fängt ehrlicherweise der Abend doch jetzt erst an. Laut und pompös ist allerdings nicht ihr Stil. Sie bleiben zurückhaltend und demütig, haben eine überschaubare Lichtshow und nutzen wenig Strahler kopfüber, sondern eher vom Bühnenrand oder im Rücken der Band. Das ist auffällig dezent und wirkungsvoll zugleich. Der Sound ist gut, jedes Instrument, der in der Spitze 7-köpfigen Band ist gut rauszuhören. Dabei geht es nicht nur melancholisch oder ruhig zu, denn maßgeblich wirkt oft das Schlagzeug, was dann doch wuchtig und im Takt schnell daherkommen kann. Of Monsters and Men hat zwei Hauptstimmen, die sich je nach Song abwechseln. Da ist Nanna Bryndís Hilmarsdóttir für weiblichen Gesang mit klarer Stimme aber eben auch Ragnar Þórhallsson, der als Mann bei einigen Stücken die Hauptstimme singt. Und für „Mouse Parade“ unterstützt RAKEL die Band im Gesang.

Sie legen ein gutes Tempo vor, bedanken sich zwar immer artig, erzählen in den Übergängen aber sehr wenig. Und so bringt die Band es auf stolze 18 Songs in rund 90 Minuten und elf davon vom aktuellen Werk. Doch auch bei diesen Stücken ist Köln textsicher und weiß sich zu bewegen und rhythmisch zu klatschen. Die älteren Lieder sind gut gemischt in der Setlist, dass keine Längen entstehen. An diesem Abend hat die Musik die Oberhand, kein Humor, kein Konfetti oder Tanzeinlagen. Es tut sich auch niemand aus der Band hervor oder fällt durch ein Solo auf. Es ist ein gemeinschaftlicher, demütiger Auftritt und die Kölner ziehen mit, halten inne, wenn es passt und geben Gas vor allem bei den beliebten Hits wie „King and Lionheart“ „Dirty Paws“ sowie „Little Talks“. Ein mehr als solider Abend, der durchaus um zwei, drei Songs länger hätte sein können.

Setlist Of Monsters And Men:

Television Love
Dream Team
King and Lionheart
Tuna in a Can
Human
Kamikaze
Styrofoam Cathedral
Alligator
The Actor
The Block
Mouse Parade (with RAKEL)
Dirty Paws
Crystals
Ordinary Creature
Little Talks
Visitor
The End
Fruit Bat

Text:Jan Rombout

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