Karnevalssitzung für Leute, die Karneval sonst meiden!

Der Pink Punk Pantheon ist 2026 in seine inzwischen 43. Session gestartet und bleibt damit eine feste Größe im alternativen rheinischen Karneval. Seit Anfang Januar verwandelt sich das Pantheon-Theater in Bonn-Beuel erneut in das Vereinsheim eines fiktiven Karnevalsclubs, in dem gesellschaftliche Trends, politische Entwicklungen und der ganz normale Wahnsinn des Alltags satirisch auseinandergenommen werden. Die traditionsreiche Revue verbindet Kabarett, Musik, Theater und anarchischen Karnevalshumor zu einer Mischung, die sich bewusst von klassischen Karnevalssitzungen absetzt und stattdessen auf pointierte Gesellschaftskritik und skurrile Figuren setzt.

Im Zentrum stehen wie gewohnt die Präsidenten des fiktiven Vereins FKKVB n.V., Fritz Litzmann und Hermann Schwaderlappen, die als bissige Kommentatoren durch den Abend führen.

Mit Präsidiumsreden, Rechenschaftsberichten und absurden Vereinsritualen liefern sie den roten Faden für eine Show, die sich jedes Jahr neu erfindet und dennoch ihre vertrauten Running Gags pflegt. Musikalisch wird das Ganze von der hauseigenen PPP-Combo getragen, die mit satirischen Songs und energiegeladenen Arrangements für Tempo sorgt und den kabarettistischen Szenen zusätzliche Schärfe verleiht.

Inhaltlich nimmt sich die 2026er Ausgabe ein breites Spektrum aktueller Themen vor. Neben Bonner Lokalpolitik und rheinischen Eigenheiten stehen gesellschaftliche Debatten ebenso im Fokus wie globale Entwicklungen. Fragen rund um Wehrpflichtmodelle, Klimakrise, die alternde Gesellschaft oder moderne Longevity-Trends werden mit schwarzem Humor und viel Spielfreude verarbeitet. Gleichzeitig blickt das Ensemble auf Ereignisse des vergangenen Jahres zurück und nutzt Jubiläen und mediale Aufreger als Steilvorlagen für bissige Kommentare und absurde Szenen.

Auch optisch wurde wieder ordentlich aufgefahren: Eine aufwendige Bühnenkonstruktion mit rollbarem Präsidiumspodium und eigener Musiker-Etage sorgt für Dynamik und schnelle Szenenwechsel. Das Ensemble kombiniert Schauspiel, Musik und Kabarett zu einer abwechslungsreichen Show, die sowohl politisch Interessierte als auch Fans des alternativen Karnevals anspricht. Die Resonanz zeigt einmal mehr, dass Pink Punk Pantheon längst Kultstatus erreicht hat und für viele Zuschauerinnen und Zuschauer ein fester Termin im närrischen Kalender ist.

Das Ensemble aus Beate Bohr, Gabi Busch, Anne Katharina Müller, Maryam Yazdtschi, Norbert Alich, Ben Beracz, Gerti Beracz, Volker Büdts, Tunç Denizer, Kristaps Grasis, Rainer Pause, Sangit W. Plyn, Hagen Range, Massimo Tuveri, Gerhard Vieluf, Regie: Stephan Ohm agierte grandios.

Unterm Strich bleibt Pink Punk Pantheon 2026 ein Beispiel dafür, wie Karneval auch anders funktionieren kann: scharfzüngig, musikalisch und überraschend aktuell. Zwischen Lokalglosse, Weltpolitik und bewusst überdrehtem Vereinswahnsinn gelingt es der Produktion erneut, den rheinischen Humor mit intelligenter Satire zu verbinden – und dabei gleichzeitig unterhaltsam wie unbequem zu sein.

Text: Dennis Kresse
Credits: Harald Kisch (Pantheon)

Erzählt von uns: Facebooktwitterby feather