Three Days Grace – 03.12.2025 – Mitsubishi Electric Halle

Zugegebenermaßen ergreift eine Freundin die Initiative das Konzert von Three Days Grace aus Kanada zu besuchen. Mir sagt die Band nicht viel und das obwohl die Location bereits mehrere Wochen ausverkauft ist.

Doch bevor Three Days Grace mit ihrer Show beginnen können, ist zunächst die Supportband Badflower am Start. Diese wurde vor über zehn Jahren in Los Angeles gegründet, ist aber inzwischen in Nashville ansässig. Und beide Fakten hört und spürt man deutlich. Hier sind Profis am Werk, die gekonnt zusammenspielen und blind ineinandergreifen. Und Nashville, bekannt als Musikstadt in den Staaten, nicht nur für das Genre Country. Das Genre von Badflower ist Rock, da muss man nicht überlegen. Ein bisschen dreckiger und gezielt unsaubere Töne, jedoch immer im zugänglichen Gewand. Sie geben eine Stunde mächtig Gas und setzen mehr als ein Ausrufezeichen. Auch Teile der Zuschauer sind Badflower bereits bekannt und fallen dur ihre Textsicherheit auf. Ebenso schafft es die Band und deren Musik, dass sich bereits erste Moshpits bilden.

Setlist Badflower:

Drop Dead
Number 1
Don’t Hate Me
Family
Move Me
Stalker
Heroin
The Jester
Ghost
30

Dann ist es soweit, Three Days Grace lassen bitten. Wuchtige Riffs, ein Lichtspektakel als Show sowie zwei Frontmänner und Sänger, die in den Songs für Abwechslung sorge und unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Dazu werden bei den Stücken passende, genau getimte Videos abgespielt. Und immer wieder werden Fans und Publikum aufgefordert „Three Days Grace“ zu rufen. Das kann auch nerven, ist aber eben auch ein bekanntes Stilmittel. Apropos Stilmittel: Passgenau Videos und Blitzgewitter, das nutzen durchaus mehrere Bands wie zum Beispiel Tool. Aber so eine Performance in Perfektion bekommen die Jungs von Three Days Grace nicht hin, kann aber auch gut sein, dass das nicht das Bestreben ist.

Trotzdem ist es eine klasse Show und die Songs sind trotz Härte melodisch und eingängig und der Gesang lieblicher und emotionaler gehalten. So schlagen auch die Mädchenherzen höher. Ausgerechnet ein Cover von Creep von der Band Radiohead ist der emotionale Höhepunkt des Sets. Hier gehen Band und Publikum vom Gas und die E-Gitarren schweigen.
Danach wird wieder gerockt und das erfreulicherweise bei gutem Sound. Jedes Instrument ist herauszuhören, auch die beiden Sänger können sich gut in Szene setzen. Vieles ist stimmig, die Fans erfreut aber das Ende ist etwas enttäuschend und abrupt. Nach knapp 90 Minuten beenden Three Days Grace ohne Zugaben ihr Set und lösen kurzzeitige Ratlosigkeit bei einigen Leuten aus.

Das Fazit fällt trotzdem gut aus, denn die Leute sagen eine professionelle und emotionale Show und erlebten einen guten Abend. Was will man mehr?

Setlist Three Days Grace:

Dominate
Animal I Have Become
So Called Life
Break
Home
The Mountain
Mayday
Pain
Kill Me Fast
I Hate Everything About You
Time of Dying
Apologies
Creep (Radiohead Cover von Adam Gontier)
Don’t Wanna Go Home Tonight (mit Begleitung von Cale Gontier)
I Am Machine
The Good Life
Painkiller
Never Too Late
Riot

Text: Jan Rombout

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