Die Location ist eine Premiere für mich, Konrad Beikircher und sein Humor nicht. Ich schätze seinen Humor und seine Beobachtungs- und Auffassungsgabe. Ich bin vor allem Fan der rheinischen „Trilogie“, die inzwischen weit mehr Teile umfasst. Schwerpunktthema ist an diesem Abend das Überleben – was sonst? Und vor allem wie der Rheinländer überlebt in diesen Krisenzeiten. Beikircher selbst redet – mittlerweile an einem Tisch sitzend – augenzwinkernd und liebevoll über die Marotten und Angewohnheiten der Rheinländer. Mit fast 80 ist das alles mehr als normal. Auch er beschäftigt sich mit dem Thema Gendern und dass das nichts für ihn sei. Er bringt ein Beispiel aus der Kneipe an, wo eine Frau eine Radlerin bestellt. Der Wirt erwidert, dass das Zapfhuhn, das nicht hergebe. Solche Gags finden guten Anklang. In dem gut gefüllten Saal, punktet Beikircher immer dann, wenn er den Rheinländer etwas hochnimmt.
Er spricht langsamer, seine Worte wählt er bedächtiger als früher und sein Humor ist nicht mehr ganz so spitz, wie in den vergangenen Jahren. Der Unterhaltung tut dies jedoch keinen Abbruch. Und zwei Stunden reden, das schafft er auch. Immer noch. Und auch das typische: Wo waren mer dran?“, wenn er sich wieder gekonnt ablenken lässt, fällt auch noch ab und zu. Wodurch der Rheinländer überlebt? Am ehesten mit der rheinischen Gelassenheit. Das alles stimmt und lässt abseits von der Politik schmunzelnde Gedanken zu. Ganz unpolitisch ist sein Programm allerdings bei weitem nicht, So kann er es sich nicht nehmen lassen über Christian Lindner zu lästern, von dem vor kurzem bekannt wurde, dass er in den Gebrauchtwagenhandel einsteigt. Auch mIt Sprichwörtern, wie sie im Rheinland üblich sind setzt sich Beikircher auseinander. „Lassen Sie mich nicht lügen“ ist so ein Satz, der einfach herrlich grotesk ist. Weil er im Grunde ja sinnfrei ist.
Mit der Sprache zu spielen, sie zu erklären und zu analysieren, darin ist Konrad Beikircher nach wie vor ein Meister seines Fachs.
Text: Jan Rombout
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