Zugegeben Feshtorge sagte mir nichts. Eine Freundin von mir machte mich auf ihn aufmerksam, ist selbst Fan und kommt aus dem hohen Norden, wie die Figuren und Parodien.
Wie kann eine Person mehrere Rollen gleichzeitig vor Ort spielen? Wie das auf der Bühne gelöst wird, machte mich neugierig.
Getarnt als eine Show im Revue-Stil mit Helga und Marianne ist bei uns nur Helga im Saal, Marianne ist übel und wird deswegen nur auf die Leinwand zugeschaltet. Zu dieser Revue gesellen sich natürlich auch (musikalische) Gäste. Eine Sängerin „Monika Angel“ wird in der fiktiven Show hinter den Kulissen ermordet, einzelne Personen (nahezu alle Figuren sind überzeichnete Charaktere, die Freshtorge darstellt) sind die Verdächtigen. Einzig der ermittelnde Polizist ist eine weitere Person.
Auch ausgesuchte Leute aus dem Publikum dürfen auf die Bühne und helfen den Mord zu rekonstruieren und nachzustellen. Zwischendurch wird a la Verkaufs-TV versucht, einen Thermomix zu verkaufen. Zu guter Letzt ist Monika Angel gar nicht tot, sie war nur ohnmächtig und gibt uns ihren größten Hit „Durchfall auf Barbados“ zum Besten, Klamaukig und humorvoll entsteht ein unterhaltsamer und kurzweiliger Abend. An Hape Kerkelings Parodien oder Darstellungen von Olli Dietrich kommen die von Freshtorge alias Torge Oelrich nicht ran und die Figuren entstammen ursprünglich aus Youtube-Videos. Dort werden auch gesellschaftliche und politische Themen behandelt, was live an diesem Abend nicht umgesetzt wird, bzw. ehrlicherweise nicht umgesetzt werden kann.
Der Versuch ein Live-Programm auf die Bühne zu bringen und Sääle damit zu füllen, ist trotzdem mehr als geglückt.
Text: Jan Rombout
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