Ein Abend zwischen Genie und Wahnsinn. Am 24. Januar 2026 öffnete die Live Music Hall in Köln ihre Pforten für ein unvergessliches Konzert der Kultband Knorkator. Punkt 19:30 Uhr ging es pünktlich los, ohne Vorband oder lange Wartezeiten. Stattdessen wurden zuvors die Zuschauer mit einer bunten Sammlung skurriler Musikvideos auf den kommenden Wahnsinn eingestimmt und sie schmunzelten bereits vor dem ersten Akkord.Als die Band die Bühne betritt, wird sofort klar, warum Knorkator eine eigene Welt kreiert, die nur während ihrer Auftritte erfahrbar ist.
Mit „Das Unheil“ startet der Abend druckvoll, gefolgt von den Hits „Buchstabe“ und „Es kotzt mich an“. Stumpen pendelt gekonnt zwischen Prediger, Entertainer und Wahnsinnsfigur, während Alf und die Band musikalisch messerscharf abliefern.Besonders bemerkenswert: Stumpens und Alfs Kinder sind mittlerweile fester Bestandteil der Band. Sie bringen frischen Wind mit und übernehmen eigene Gesangsparts, was der Show zusätzliche Dynamik verleiht. Bestes Beispiel dafür ist sicherlich die Darbietung von „Ich verachte Jugendliche“ durch Stumpens Tochter Agnetha Ivers und Alf’s Sohn Tim Tom Thomas. Auch der Song „Böse“ überrascht mit einer beeindruckenden Growling-Stimme von Tim Tom das Publikum und erntete applausreiche Anerkennung.

Der Abend erreicht seinen Höhepunkt im typisch verrückten Stil von Knorkator, als Stumpen einen Zuschauer namens Carsten auswählt, um als Spendenbotschafter zu agieren. Dieser wird nie wieder aus der Show ausgespart, sondern immer wieder eingebunden und angefeuert natürlich auch durch die Gäste. Bei „Extrawurst“ wird das Ganze schließlich absurder: Eier werden auf der Bühne gebraten, und Carsten bekommt die Gelegenheit, diese zu kosten.
Die Halle steht Kopf.Das Niveau bleibt konstant hoch, während „Ich bin ein ganz besond’rer Mann“ und „Alter Mann“ Lachen und Selbstreflexion geschickt verbinden. Die Stimmung steigert sich weiterhin mit „Eigentum“, „Unkraut“ und „Steh auf“, bei denen das Publikum lautstark mitgeht.Ein weiteres Highlight ist der Auftritt des Jungen Robin aus dem Publikum, der über Stumpen hinwegsteigt, stagedived und vom Publikum getragen wird, begleitet von jubelnden Gesichtern und einer Atmosphäre voller Staunen und Freude.Mit „Liebeslied“ und „Für meine Fans“ zeigt sich Knorkator einmal mehr von ihrer liebevollen Seite, bevor die energiegeladenen Stücke „Weg nach unten“, „Schmutzfink“, „Konflikt“, „Du nich“ und „Warum“ die Live Music Hall endgültig in einen brodelnden Organismus verwandeln.

Die Zugaben setzen dem Abend die Krone auf: „Der ultimative Mann“ und „Wir werden alle sterben“ bieten einen bitterbösen, ehrlichen Abschluss, bevor die Show mit „Zähneputzen, Pullern und ab ins Bett“ in einer absurd passenden und herzlichen Art endet.Knorkator haben auch im Jahr 2026 kein gewöhnliches Konzert gegeben, sondern ein Erlebnis geschaffen. Pünktlichkeit, der Generationenwechsel auf der Bühne, direkte Publikumsnähe und unfassbare Momente. All das macht diesen Abend unvergesslich. Knorkator bleiben ihrem Stil treu und entwickeln sich gleichzeitig weiter.
Text und Credits: Ralph Hauwetter
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