Selig sind live eine Bank. Und das bleibt auch so. Immer noch sind die Männer um Jan Plewka auf Jubiläumstour: 30 Jahre Selig!
Bei der Erfahrung, Coolness und Raffinesse ist es nur folgerichtig, dass Selig auch diesen Abend ohne Vorband auskommen. Sie brauchen schlicht keine. Sonst ist es ziemlich deckungsgleich zu dem Auftritt vor rund zwei Jahren in der Kölner Live Music Hall. Plewka quatscht sich um Kopf und Kragen, lobt Köln und das Publikum ständig und findet, dass Köln bundesweit die meisten und besten Club für Live-Gigs hat. Ebenso erzählt er die eine oder andere Anekdote von früher, z,B. als Köln noch die Popkomm (und das Ringfest) hatte.
Der Sound lässt leider bei manchen Stücken zu wünschen übrig. Vor allem der Bass von Leo Schmidthals ist stellenweise dermaßen übersteuert, dass es in den Ohren wehtut. Der guten Stimmung tut das keinen Abbruch. Plewka erkennt die Magie des Abends und erklärt: Ein Selig-Konzert ist ein Zustand. Und so halten Fans wie Band die Stimmung rund zwei Stunden hoch. Respektvoll bemerkt Plewka auch, dass es kaum Handyfilmer im Saal gebe und alle sich lieber entspannt der Musik hingeben. Bei dieser Tour muss „Bruderlos“ leider von der Setlist weichen, sonst ist jedoch aber alles dabei, was die Fans hören möchten. Daher singen sie lauthals mit. Schön ist auch, dass die Sachen live noch etwas an Härte zulegen, als es vom Album her klingt. Machmal rückt es in die Nähe von Psychedelic-Rock. Aber auch das schönste Konzert und die kräftigsten Fan-Gesänge gehen einmal zu Ende. Und erneut ist der Rausschmeißer „Wir werden uns wiedersehen“. Und das ist nicht nur eine Zeile im Liedtext, das ist ein Versprechen!
Setlist Selig:
Unsterblich
Kleine Schwester
Arsch einer Göttin
Alles auf einmal
Alles ist nix
Hey Ho
Lass mich rein
High
Mädchen auf dem Dach
Hey, hey, hey
Ist es wichtig?
Myriaden
Sie hat geschrien
Schau Schau
Von Ewigkeit zu Ewigkeit
Wenn ich wollte
Die Besten
Ohne Dich
Wir werden uns wiedersehen
Text: Jan Rombout
Erzählt von uns: