Vaterfreuden

Kele Okereke – Fatherland

VÖ: 06.10.2017

Kele – der Frontmann von Bloc Party – ist wieder auf Solopfaden unterwegs und für sein neues Album Fatherland hat er musikalisch eine für ihn völlig neue Richtung eingeschlagen. Das frische erschienene Werk, dem Kele auch seinen vollen Namen Kele Okereke voranstellt, verzichtet komplett auf Indie-Beats und musikalische Spielereien und liefert ein klassisches Singer-Songwriter-Album ab, das dem einen oder anderen Fan, der aus alter Verbundenheit zu Bloc Party in das Solowerk „seines“ Frontmanns reinhört, einen überraschten Blick ins Gesicht zaubern wird.

Obwohl es mit Ouverture beginnt ist Fatherland mit Sicherheit keine Rock- oder Pop-Oper sondern eine ansprechende Songsammlung variantenreicher Singer-Songwriter-Tracks, die meist durch die Stimme Keles geprägt werden, aber musikalisch das Kunststück vollbringen gleichzeitig einfacher und doch komplexer daher zu kommen. Die Songs sind teilweise unterstützt durch Streicher, Chorgesänge und Percussions und bleiben musikalisch doch geradlinig und bei sich, was manchmal leider trotz verschiedener Einflüsse aus Folk, Soul und Reggae letztlich doch mitunter ein wenig belang- und zusammenhanglos wirkt.

Dies ist besonders schade, da Fatherland nichts mit neu gewonnenem Patriotismus zu tun hat sondern unter dem Eindruck der Geburt von Kele Okerekes erster Tochter Savannah entstanden ist. Aber die Emotionalität und Begeisterung, die ein solch großartiges Lebensereignis mit sich bringt, springt während der gesamten 13 Songs nicht so recht auf den Zuhörer über. Aber vielleicht ist es genau dieses nicht hunderprozentige Mitnehmen des Zuhörers und die entstehende Distanz, die Fatherland zu einem sehr persönlichen Album machen.

Text: René Kirschbaum

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