The Boxer Rebellion auf Vor-Album-Tour

Es ist durchaus ungewöhnlich, dass eine Band bereits kurz vor der Veröffentlichung eines neuen Albums auf Tour kommt, insbesondere dann, wenn sie dafür aus dem UK anreisen.

Diesen Weg haben The Boxer Rebellion gewählt. Noch bevor am 23. März mit Ghost Alive das sechste Studioalbum erscheinen wird, kamen Nathan Nicholson und Co. für drei Club-Konzerte nach Deutschland. Den Abschluss dieser Mini-Tour spielten sie im Luxor.

Als Support fuhren Victories at Sea die Tour mit und eröffneten auch auf der Luxemburger Straße den Konzertabend und schafften es mit ihren sphärischen Pop-Rock-Klängen, dass das Publikum im ordentlich gefüllten Luxor sich vom Sound treiben ließ und gerade in den ersten Reihen diesen Gig, der mit den Songs Up und Low endete, sichtlich genoss.

Die Vorfreude auf The Boxer Rebellion war also geweckt. In der Zwischenzeit gab es dann noch Umbauarbeit für die Roadies, ehe die Londoner mit What the Fuck, dem im Oktober veröffentlichten Vorboten des neuen Albums, in ihren Abend starteten. Und gleich zum Auftakt des Sets zeigte Nicholson seine Vielseitigkeit – vier Songs, vier Instrumente konnte man festhalten, als er zu New York erstmals an die Keys ging.

Wie sehr der aus Maryville, Tennessee, stammende Frontmann in den Songs aufgeht und wie intensiv er sie mitlebt spürte man bei den wenigen Songs, in denen er kein Instrument bediente sondern ausschließlich singt. Und dies dann aber mit vollem Körpereinsatz tut.

Im Laufe des Abends folgten noch einige weitere neue Songs, die The Boxer Rebellion ihrem Publikum präsentierten. So zum Beispiel Love Yourself, das auch als Musikvideo den eingefleischten Fans bereits bekannt ist. Im weiteren Set folgten mit Here I Am und Goodnight noch weitere neue Songs, die Lust auf das neue Album machten.

Über den ganzen Abend zeigten The Boxer Rebellion ihre Vielseitigkeit zwischen tanzbarem Indie-Rock wie bei Weapon und Alternative-Postrock-Sound-Konstrukte, den sie im Finale der Zugabe mit The Gospel Of Goro Adachi auf die Spitze trieben. Ebenso spannend war die Abfolge der Songs, so folgte auf den erwartbaren Stimmungshöhepunkt Spitting Fire das sehr ruhige Caught By The Light. Mit solchen Mitteln schafften The Boxer Rebellion für diesen Abend eine spannende Dramaturgie, die meist mit minimalistischen Moderationen Nicholsons auskam. Aber obwohl er eher wortkarg war, ließ der Sänger es sich nicht nehmen dem Underground – in dem die Band auch schon auftrat – ein „R.I.P“ zu schicken. Das hört das Kölner Publikum natürlich gerne.

Das NME Magazine schrieb einmal über The Boxer Rebellion: „Diese Band kann dein Leben verändern.“. Ganz so weit würde ich nach dem Abend im Luxor nicht gehen wollen. Aber kann es eine bessere Promo für ein neues Album geben, als diesen Konzertabend geben? Ich denke nicht. Und so wechselten nach dem Konzert am Merchstand schon einige CDs und Vinyl-Platten des neuen Albums den Besitzer.

Hier noch einmal zum Nachlesen die komplette Setlist des Abends im Luxor:

  • What The Fuck
  • Big Ideas
  • Semi Automatic
  • New York
  • Love Yourself
  • Weapon
  • We Have This Place Surrounded
  • These Walls Are Thin
  • Spitting Fire
  • Caught By The Light
  • Diamonds
  • Evacuate
  • Here I Am
  • Let’s Disappear
  • Let It Go

Zugabe:

  • Goodnight
  • No Harm
  • The Gospel Of Goro Adachi

Text / Bilder: René Kirschbaum

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