Rock’n’Roll

The Backyard Band – Dry

VÖ: 22.02.2019

Wenn der Toten Hosen-Schlagzeuger Vom Ritchie für sein Plattenlabel Drumming Monkey Records eine Band verpflichtet bei der es dröhnt und wummert und scheppert, dann kommt das sicherlich nicht überraschend. Auch wenn diese Band eine Mischung verschiedener klassische Rockgenres zusammenbringt ist das nicht verwunderlich.

Und so ist es auch der Fall bei Dry von The Backyard Band – einer bunten und hörenswerten Rockmischung, die die Musiker aus Köln und Düsseldorf als ihr zweites offizielles Album auf die Platte gebracht haben. Die vier jungen Rockmusiker, die im Jahr 2017 den dritten Platz in der Nachwuchs-Kategorie des popNRW-Preises belegten, erspielen sich einen Sound, der wie eine musikalische Retrospektive in die 60er-, 70er- und 80er-Rockjahre wirkt und scheinbar den Hörer auf eine Zeitreise – nein auf einen wilden Ritt durch die Dekaden – mitnehmen möchte.

Und diese Reise startet gleich mit den ersten Gitarrenriffs von Stop Talking und endet erst wenn die letzten  leicht versumpften Bluesrocksounds von Simply Different verklungen sind. Und in dieser Spannweite von AC/DC-Gitarren bis hin zu Blues machen die jungen Musiker um Sänger Moritz Zergiebel dem Zuhörer sehr viel Spaß und öffnen ihm die Tür zu Rocksphären, die zu einer Zeit aktuell waren, als die musikalischen Protagonisten selbst noch lange nicht auf dieser Welt waren. Im Interview vor der der pop-NRW-Preisverleihung im August 2017 gaben The Backyard Band als Vorbilder unter anderem Howlin‘ Wolf und The Sexpistols an und gewisse Einflüsse dieser musikalischen Fixpunkte finden sich auch in dem Old-School-Sound den sie auf Dry – wie auch schon auf ihrem ersten Album Second Hand – erarbeitet haben.

Obwohl: Nach Arbeit klingt der Sound eigentlich gar nicht, sondern danach, dass die vier jungen Musiker Freude daran haben in die Rockwelten vergangener Zeiten einzutauchen um dann dem Hörer zu beweisen, dass die eben diese Musik zeitlos ist. Hard Rock, Blues, Punkelemente und der Easy-Rider-Sound haben ihre Wurzeln zwar irgendwo in der Vergangenheit, aber Bands wie eben The Backyard Band und Alben wie Dry sorgen dafür, dass Rock in seinen vielfältigen Varianten immernoch in voller Blüte steht. Und bei allen hörbaren musikalischen Querverweisen muss man klar festhalten, dass es sich bei The Backyard Band nicht um eine verkappte Rockcover-Band handelt. Sie füllen die Songs auch mit ganz viel eigenem Charakter, was besonders dann spürbar wird wenn man die Band wie beim Rockpalast-Konzert 2018 – sicherlich einem der Highlights der bisherigen Bandgeschichte – live auf der Bühne erlebt.  Immer wieder liest man „Never to old to rock“ – doch für Moritz Zergiebel, Sebastian Kleene, Simon Jahn und Maximilian Kleene gilt – Kraftklub widerlegend – definitiv: „Sie nicht zu jung für Rock’n’Roll.“

Tourtermine:

23.02.19 Köln, Sonic Ballroom
04.04.19 Berlin, Wild at Heart
05.04.19 Leipzig, Stoned
06.04.19 Hildesheim, Thav
27.04.19 Groningen (NL), TBA
28.04.19 Kortrijk (B), Textival
18.05.19 Büren, Niedernmühle
24.05.19 Open Maiberg Air

Text: René Kirschbaum

Foto: The Backyard Band

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