Radtour mit Musik

Die Wege auf denen man auf einen Musiker oder ein Album aufmerksam werden kann sind ja sehr unterschiedlich. Singles, Bandnamen, einzelne Akkordfolgen, Albumcover und vieles andere kann hier Auslöser sein. Bei Moritz Ecker und seinem Album Yes war es die Geschichte hinter dem Musiker. Moritz Ecker ist mit einem gefundenen Fahrrad gefahren. Aber das nicht nur eine Runde um den Block oder mal ein paar Kilometer in seiner Heimat Berlin an der Spree entlang. Nein, er fuhr gleich 11.000 km durch 24 europäische Länder.

Auf seinen Reisen die ihnen über die Alpen führten, vom Nordkap zum Bosporus brachten und über den Balkan nach Albanien trieben entstanden die Songs für Yes. Der Opener Far Away, zudem auch ein Video mit einigen Reiseeindrücken entstanden ist, klingt dann auch nach dem was man klassischerweise von einem solchen Road-Album erwartet: Akustikgitarre und Mundharmonika.

Es folgen fast ausschließlich Songs, bei denen man direkt glaubt, dass sie irgendwo auf den Touren durch Europa entstanden sind. Leicht und beschwingt, aber textlich auch immer wieder nachdenklich reflektierend kommen die 10 Songs des Albums daher. Das Arrangement und die Instrumentierung der Lieder gehen häufig deutlich über das hinaus, was man als Radreisender so im Gepäck haben könnte. Hier hat Moritz Ecker als Produzent selbst nachgearbeitet, so dass ein vielschichtiges Album entstanden ist. Mir persönlich sind manchen Songs ein wenig zu verspielt geraten und erinnern mich beispielsweise bei All I Ever Wanted mitunter an 70er-Jahre Filmmusik.

Zum Abschluss setzt Moritz Ecker mit The Weather Song nochmal ein Akustikgitarren-Stück, das das Album zu einer runden aber definitiv niemals monotonen Sache macht.

Mit diesem Album als Rückenwind geht der Berliner Songwriter dann auch auf Tour, aber nicht – wie man es bei einem Debütalbum vermuten könnte – über kleine und größere Bühnen in Deutschland. Nein, Moritz Ecker schnappt sich wieder das Fahrrad und setzt sich neue Ziele: Dieses Mal soll es von Berlin nach Singapur und dann weiter nach Australien gehen. Danach hat er dann sicherlich genügend Material und Ideen beisammen für ein zweites Werk.

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Instagram: Moritz Ecker

 

Text: René Kirschbaum

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