Punk, Pop, Finnland & Jane Fonda

Have You Ever Seen The Jane Fonda Aerobic VHS? – Jazzbelle 1984 / 1988

VÖ: 19.01.18

Bei der vielen Musik, die man täglich in seinem Maileingang vorfindet braucht es häufig einen Blickfang oder Aufhänger damit sich näher mit einer Band, die man bislang nicht kennt, näher beschäftigt. Was es bei dem finnischen Trio Have You Ever Seen The Jane Fonda Aerobic VHS? war weiß ich gar nicht mehr so genau.

Doch natürlich: An dem ungewöhnlichen – vorallem ungewöhnlich langen – Bandnamen bleibt man beim Diagonallesen des Posteingangs hängen und allein der war mir einen Klick wert, den ich nicht bereute. Was sich mir präsentierte war ein ungewöhnlicher Soundmix aus Punk, Pop, einem längst vergessen geglaubten Arcade-Computerspiel-Sound und einer leicht agressiv-zickigen und doch irgendwie auch gut gelaunten Gesangsstimme.

Dieser Sound wird primär durch Casio Keyboards und Akkordeon-Riffs geprägt. Kombiniert mit Basslinien und Schlagzeug hebt sich allein schon die Instrumentierung von HYESTJFAVHS – selbst dieses Akronym hat mehr Buchstaben als The Who und KISS zusammen – von der breiten Masse ab. In dieser Besetzung erzeugen Susanna Stemma-Sihvola (Gesang & Bass), Ekku Lintunen (Keys & Gesang) und Janne-Petteri Pitkälä (Drums) einen Sound der gerade in der Mitte des Albums zum Beispiel im Song Sheep eine etwas trashige 80er-Jahre-Pop-Attitüde mit sich rum trägt, aber doch in Summe irgendwie ein Punkalbum ergibt.

Es ist also nicht nur der Bandname, der die Aufmerksamkeit auf diese Band zieht, die mit Jazzbelle 1984 / 1988 ihr zweites Album präsentiert und mit ihrem Debüt schon internationale Festivalluft unter anderem in Roskilde und beim Hamburger Reeperbahnfestival schnuppern durften. Und auch das jüngste Werk ist absolut festivaltauglich, weil es außergewöhnlich und schwungvoll daher kommt und absolut gute Laune verbreitet.

Übrigens: Das Jazzbelle 1984 / 1988 enthält exakt so viele Tracks wie HYESTJFAVHS Buchstaben hat. Jetzt viel Spaß beim Zählen und vor allem beim Hören des gelungenen und aus unterschiedlichen Gründen außergewöhnlichen finnischen Trash-Pop-Punk-Werks.

Text: René Kirschbaum

Foto: Heidi Kero

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