Punk im Kilt

The Real MacKenzies – Two Devils Will Talk

Beheimatet sind sie an der kanadischen Westküste, genauer gesagt in Vancouver – ihre musikalischen Wurzeln haben The Real McKenzies aber in Schottland.

Seit inzwischen 25 Jahren kombiniert die Band um Frontmann Paul MacKenzie Punkrock mit Einflüssen des schottischen Folks und sind bekannt für mitreißende Konzertereignisse.

Zum Bandjubiläum haben The Real McKenzies am 03. März ihr neuestes Album Two Devils Will Talk veröffentlicht. Das Album, das in gewohnter Manier keltische Liedstrukturen mit der Intensität von Punkrock kombiniert, wechselt gekonnt zwischen energischer Rockmusik und eingängigen Gesangszeilen, die wie beispielsweise bei Northwest Passage nicht einmal bis zum zweiten Hören des Songs benötigen, ehe sie sich eingebrannt haben und dem Hörer seltsam vertraut vorkommen. Ähnliches gilt für den Opener Due West, der mit Folkgesängen eröffnet, die dann von starken Rockgitarren und den typischen Dudelsackklängen abgelöst werden.

Dieser Opener gibt dann auch die Richtung vor für eine unterhaltsames Album mit einer verhältnismäßig großen musikalischen Bandbreite zwischen nahezu reinen Folksongs wie dem bereits oben geannten Northwest Passage, über moderne Punkrocksongs wie Drunkards Lament – das ich im Sound ein wenig mit Green Day assoziere – bis hin zu frechen Fun-Punk-Nummern wie Fuck The Real MacKenzies.

Insgesamt bietet Two Devils Will Talk ein sehr abwechslungsreiches Folk-Punk-Spektrum, das für die im April beginnende Deutschland-Tournee der Band aus British Columbia jede Menge Spaß verspricht.

Frontmann Paul MacKenzie hat uns einige Fragen zum neuesten Werk seiner Band und den 25 Jahren Bandgeschichte beantwortet und gewährt uns dabei den einen oder andere tiefen Einblick in das Leben eine Folk-Punk-Band.

 

Vor wenigen Tagen erschien euer neues Album Two Devils Will Talk in Deutschland. Gib uns doch bitte einen kleinen Einblick in die Entstehung der neuen Songs. Was waren die Haupteinflüssen während ihr die Songs geschrieben und arrangiert habt? Welche Geschichten erzählt ihr?

Die meisten Melodien sind unter dem Einfluss von einigen Vodka und Whiskey in Danny Boys Wohnzimmer entstanden. Das zentrale Thema des Albums ist Beharrlichkeit: 25 Jahre ohne Pause, all der Schnaps, die Drogen und die Parties und trotzdem schaffen wir etwas zusammenhängendes, das nicht zu schäbig ist wie beispielweise Due West.

Gleichzeitig belustigen wir uns in The Comeback auch über Bands die auf Abschieds-Tournee gehen, nur um 2 Jahre später eine Reunion-Tour zu spielen. Aber natürlich vergessen wir nicht uns über uns selbst zu amüsieren, wie in Fuck The Real McKenzies.

Unsere Songs sind Würdigungen an gefallene Freunde (The Town), vergangene Lieben (One Man Voyage) und sie erzählen – zum Beispiel in Seafarers – Geschichten von dem, was uns auf unserer Reise unterwegs begegnet ist. Musikalisch haben wir uns vom Gefühl von Off The Leash treiben lassen, welches das Lieblings McKenzies-Album einiger Bandmitglieder ist.

Worüber sprechen die beiden Teufel?

Sie sprechen darüber, dass sie in Wirklichkeit gar keine Teufel sind – tatsächlich sind sie Engel. Wenn eine Seele von dieser Welt in die nächste übergeht und sie sich an den Dingen dieser Welt festzuhalten versucht, erscheinen diese Gestalten und befreien sie von diesen Belastungen. In diesem Moment scheinen sie tatsächlich Teufel zu sein.  Aber immer, wenn eine Seele von ihren irdischen Ankern befreit und für die nächste Reise vorbereitet wird, werden aus diesen Teufeln Engel. Hilfreiche alte Geister.

2017 veröffentlicht ihr nicht nur ein neues Album. Ihr feiert außerdem euer 25. Jahr der Bandgeschichte. Was war das Größte, das euch in diesen 25 Jahren passiert ist?

Zunächst einmal die Tatsache, dass ich noch am Leben bin und die Band weiterhin blüht und das mehr, als sie es in der Vergangenheit je getan hat. Das Größte was mir in der Zeit passiert ist? Diverse Male bin ich durch Stromschläge fast getötet worden, ich habe die Zähne ausgeschlagen bekommen von überschwänglichen Fans und konnte in Publikumsreihen schauen, in denen vier Generationen von Real McKenzie-Fans gemeinsam als eine Familie feierten.

Und die schlechtesten Erfahrungen?

Mit kompletten Arschlöchern in der Band umgehen zu müssen und Egos zu managen.

Nach dem Blick zurück jetzt ein Blick nach vorne: Ab April werdet ihr eine Menge Shows in Deutschland spielen. Wann wart ihr zuletzt in Deutschland und wie ist es hier Konzerte zu geben?

Deutschland ist einer der besten Orte für Rock’n’Roll auf diesem Planeten. Die Fans sind überschwänglich und die Organisation ist professionell. Das macht es sehr einfach und komfortabel für uns. Hier versteht man, dass wir einen sehr schwierigen Job haben und unterstützt und mit jeder Menge Bier und Sandwiches, so dass wir das letzte aus uns raus holen können.

In Deutschland scheint Folk-Punk mit irischen Wurzeln – wie zum Beispiel von Dropkick Murphys – beliebter, als der mit schottischen Wurzeln. Was außer dem „e“ in Whsik(e)y sind die größten Unterschiede zwischen beiden? Und was sind die Gemeinsamkeiten?

Zu Beginn: Ein Ire ist lediglich ein Schotte, der zu faul war zurück zu schwimmen. Keltische Musik ist die Musik von Rebellen. Die Schotten und die Iren haben den gleichen Feind: die Englische Krone. Das darf man aber keinesfalls gleichsetzen mit dem englischen Volk.

Warum sollte man auf jeden Fall zu einer eurer Shows kommen, um euch live auf der Bühne zu erleben?

Eine großartige Band, Dudelsäcke und das Monster von Loch Ness, das unter meinem Kilt lebt. Aber glaubt mir nicht, kommt einfach vorbei und überzeugt euch selbst.

Was ist dein schottisches Lieblingsvolkslied und was macht den Song für dich so speziell?

Das sind zu viele um hier nur einen zu nennen, beispielsweise könnte man mit allem beginnen, was Robert Burns geschrieben hat.

Mit welchem Künstler würdest du dir gerne mal die Bühne teilen oder einen Song aufnehmen?

Hierfür bräuchte es eine Zeitmaschine, denn alle Künstler mit denen ich gerne auf der Bühne stehen würde sind tot. Ruhet in Frieden.

Zum Schluss würde ich dich bitten die folgenden Sätze zu komplettieren: Musik bedeutet die Welt für mich, weil…

…sie so vielfältig ist und man perfekt dazu trinken kann.

 

Ich möchte – auch im Namen aller Real McKenzies – alle jungen und alten Fans in Deutschland und auf der Welt herzlich zu unseren Konzerten willkommen heißen. Wir hoffen, dass wir euch und eure Freunde bei unseren Konzerten begrüßen dürfen und wir gemeinsam ein gutes Bier trinken und eine großartige Zeit verbringen können.

Herzlichen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast meine Fragen zu beantworten. Alles Gute für das neue Album. Auf das die beiden Teufel eine großartige Reise haben werden.

 

Tourtermine:

    1. April   So36, Berlin
    2. April   Underground, Köln
    3. April   Ant Attack Festival, Neunkirchen
    4. April   Walfisch, Freiburg
    5. April   Walfisch, Freiburg
    6. April   Universum, Stuttgart
    7. April   Das Bett, Frankfurt
    8. Mai    Chemiefabrik, Dresden
    9. Mai    Hafenfest, Hamburg
    10. Mai    Z-Bau, Nürnberg
    11. Mai    Die Trompete, Bochum

Homepage: The Real MacKenzies

Facebook: The Real MacKenzies

Twitter: The Real MacKenzies

Text / Fragen: René Kirschbaum

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