Musikalischer Roadtrip im Artheater

Auf ihren offiziellen Pressefotos posieren The Picturebooks gerne mit großen Choppern und genauso kommt ihr Live-Sound auch daher: Laut, dröhnend, stampfend und verdammt intensiv. Der perfekte Sound für einen Ride auf der legendären Route 66.

Nachdem The Loranes unter anderem mit Songs aus ihrem am Freitag erschienen Album den Abend im Ehrenfelder Artheater mit beherztem Hard- und Alternative-Rock eröffneten, hieß es für Sänger und Gitarrist Fynn Claus Grabke und Drummer Philip „Das Biest“ Mirtschink „get your motor running“.

Und der Motor kam sofort voll in Fahrt und die Fans, die zahlreich ins Artheater gekommen waren, erhielten sofort 110% Hard-Blues-Rock. Grabke und insbesondere auch Mirtschink legten vom ersten Song an alles was sie hatten in die Songs hinein und arbeiteten fast körperlich dafür, dass der Funke von der Bühne auf das Publikum überspringt.

Dieses Bild steht auch sinnbildlich für den Weg von The Picturebooks, von dem Grabke nicht ohne berechtigten Stolz berichtet. Seit 10 Jahren sind die beiden Musiker gemeinsam unterwegs und erleben dabei so etwas wie eine Self-Made-Karriere: Sie begann in ganz kleinen Clubs vor einer Hand voll Zuschauern und primär durch Mund-zu-Mund-Propaganda wuchs das Projekt bis zu diesem Mittwochabend in Köln-Ehrenfeld.

In beiden Fällen war der außergewöhnliche Einsatz der Band von Erfolg gekrönt. Ihr Weg hat sie bis zu ihrer ersten Headliner-Tour und eben diesem Abend im Artheater geführt und hier erreichten Sie ihre Zuhörer unmittelbar mit ihrem intensiven On-The-Road-Sound.

Die Songs wie The Rabbit and the Wolf, Zero Fucks Given oder I Need That Oooh sind keine Mitsing- oder –klatsch-Nummern und dennoch hatte man immer das Gefühl dass das Publikum voll in den Songs aufging und umgekehrt die Band auch sehr begeistert von dem Feedback des Publikums war, so dass sich der Abend immer weiter von einem Höhepunkt in den nächsten steigerte.

Und selbst wenn Claus Grabke zu Beginn der lautstark geforderten Zugabe zur Akustikgitarre greift, wird es nicht sanft oder gar schnulzig, sondern auch mit einer Gitarre und Gesang kann man den The Picturebooks-Sound produzieren.

Begleitet von „Biest-Sprechchören“ kam zum letzten Song Mirtschink noch einmal auf die Bühne zurück und spätestens nach dem Konzert wusste jeder: Diese beiden Musiker sind „born to be wild“.

Text / Bilder: René Kirschbaum

 

Erzählt von uns: Facebooktwitterby feather