Köster & Hocker eröffnen LiedermacherSommer im Pantheon

Auch wenn das Bonner Pantheon inzwischen die Rheinseite gewechselt hat und die alte Heimat im BonnCenter dem Erdboden gleich gemacht wurde, so bleibt die Tradition des Liedermachersommers doch erhalten. Zum 11. Mal bereits haben die Programmgestalter des Pantheon deutsche Liedermacher aus unterschiedlichen Richtungen eingeladen und Götz Widmann, Martin Zingsheim, Lars Reichow und viele andere sind der Einladung gerne gefolgt.

Den Auftakt in der neuen Heimat des Pantheons in Bonn-Beuel machten die Kölner Musiker Köster & Hocker – wie in inzwischen eigentlich immer unterstützt von Helmut Krumminga. Im Gepäck hatten der Songwriter aus der Kölner Südstadt und seine beiden Gitarristen die Songs ihres neuen Albums und Programms A’s kla? und natürlich den einen oder anderen Klassiker aus den vergangenen Programmen, mit denen sie seit 1996 gemeinsam auf den Bühnen ihre Songs präsentieren.

Gerd Köster führte das Bonner „Kabarettpublikum“ mit launigen, mal humorvollen, mal real-zynischen Anekdoten durch das neue Programm und genau so kommen auch die neuen Songs live daher. Launige Lieder, wie Eng Wäng für dä Schäng oder das böse endende Krätzjen Et Selfie Elfie un d’r Twitter Pitter, sorgten immer wieder für Lacher während der Songs und trugen zu einer heiteren Stimmung im sehr gut besuchten Pantheon bei. Trotz dieser Heiterkeit gelang es den drei Musikern immer wieder bei den Balladen – wie Stöbb in minger Schoh oder Su vill Zick –  die volle Aufmerksamkeit der Zuhörer auf die Geschichten, deren Protagonisten Köster durch unterschiedliche Stimmlagen und das intensive Mitleben der Songs individuelle Wesenszüge verleiht, zu lenken.

Neben dieser Charakterprägung der Songs durch Gerd Kösters Mimik und Gestik ist es das virtuose Gitarrenspiel seines „brother from an other mother“ Frank Hocker und des  „fantastischen Friesen“ Helmut Krumminga, das die Zuschauer und –hörer immer wieder zu Szenenapplaus animierte und auch Gerd Köster warf immer wieder begeisterte Blicke nach links zu seinen beiden Gitarristen.

In einem Köster & Hocker-Programm darf natürlich ein Tom Waits-Cover nicht fehlen. Für A’s klar? übertrug Gerd Köster den Song Hold On in sein typisches Südstadt-Straßen-Kölsch, dass sich merklich von dem Kölsch vieler anderer Kölner Bands unterscheidet und gab ihm den Titel Rouh han.

Ebenfalls aus der Feder von Tom Waits stammt ursprünglich Ruude Jolf, einer der „Klassiker“ die den Weg in die Setlist des Abends fanden. Für diesen bot Gerd Köster auch einige zeitgemäße Varianten des Refrains an, schien aber selbst an Vüürstadtmädcher in gelben Smarts oder SUVs auf dem Weg zum Nagelstudio inhaltlich keinen Gefallen zu finden. Der ruude Golf muss bleiben, denn  „Ahl Leeder, müssen ahl Leeder blieve“.

Davon dass die beiden Kölner Musiker, die sich schon aus Schulzeiten kennen, von „gesalzener Altersmilde zerfressen“ sein könnten, wie es Gerd Köster in einer seiner Moderationen behauptet, kann man als Zuhörer überhaupt nichts merken. Und so ist es nicht überraschend und vollkommen berechtigt, dass das Bonner Publikum die Kölner Musiker mit stehenden Ovationen nach dem gut zweistündigen Programm, das treffend mit Jeile Welt endete, verabschiedete.

Dieser Donnerstagabend markierte einen großartigen Startpunkt für das Liedermacher-Festival des Pantheons. Wenn das so weitergeht, steht Bonn ein heißer LiedermacherSommer bevor.

Die weiteren Termine:

21.5. 20:00 UHR: MARTIN ZINGSHEIM & Band: „Heute ist morgen schon retro“
22.5. 20:00 UHR: DOTA: „Keine Gefahr“
31.5. 20.00 UHR: SIMON & JAN UND IHRE LIEBLINGSLIEDERMACHER – mit: Simon & Jan; Stoppok; C.Heiland; Toni und Benno Mahoni
16.6. 20:00 UHR: GÖTZ WIDMANN & support
8.7.   20:00 Uhr: Doppelkonzert mit: FALK & JAKOB HEYMANN

Mehr Infos zum Liedermachersommer gibt es hier.

Homepage: Liedermacher Sommer / Gerd Köster
Facebook: Köster & Hocker

Text: René Kirschbaum

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