Kölner Hinterhöfe und George Best

Am 18.08. wird zum sechsten Mal der popNRW-Preis in den Kategorien Newcomer und Outstanding Artist verliehen. Die Verleihung findet im Rahmen des c/o pop Festivals in der Volksbühne am Rudolfplatz in Köln.
Zu den nominierten Newcomern gehört auch The Backyard Band aus Köln, die uns in einem Interview einen Einblick in den Start ihrer Karriere geben.

Ihr gehört zu den Nominierten für den popNRW-Preis 2017 in der Kategorie Newcomer. Stellt euch doch zunächst einmal vor.

Wir sind THE BACKYARD BAND aus Köln – Vier Jungs, die Bock auf Rock’n’Roll haben.
Simon bedient den Bass, Maxi spielt Schlagzeug, Sebi zockt die Rhythmusgitarre, während Moritz singt, gelegentlich die Mundharmonika rausholt und die Gitarrensolos übernimmt.

Wie und wann habt ihr als Band zusammengefunden?

Angefangen hat die Band 2010. Wir haben zu Weihnachten unsere Instrumente bekommen und Silvester vor versammelter Nachbarschaft dann auch schon unser erstes Konzert gespielt. Dieses bestand größtenteils aus Coversongs der Beatles oder AC/DC.
Simon ist erst seit 2015 dabei, wir haben zu der Zeit noch ohne Bass als Trio gespielt.
Zwischen Proben und kleineren Gigs entwickelten wir unseren heutigen Sound aus Blues, Punk und Rock’n’Roll.

Wenn man zum ersten Mal in euer Album Second Hand rein hört, klingt es eigentlich nicht nach dem Sound einer Newcomer Band, sondern eher nach dem Blues Rock der 1960er und -70er Jahre. Was hat euch motiviert diesen musikalischen Weg einzuschlagen?

Wir hatten schon immer Bock darauf, unser Ding zu machen. Jeder aus der Band bringt seinen eigenen Stil mit ins musikalische Gesamtbild. Dadurch ist auf ungezwungene Weise eben unser eigener Sound entstanden, der sich nicht an aktuell angesagten Trends orientiert.

An welchen musikalischen Vorbildern habt ihr euch orientiert?

Bands wie Iggy & The Stooges, MC5, Ten Years After, Howlin‘ Wolf, Canned Heat, Sex Pistols, The Doors oder auch die früheren Jahre der Stones haben uns sehr beeinflusst.

Wie würdet ihr selbst eure Musik beschreiben?

Ein lauter, schneller und intensiver Mix aus Blues, Punk und Rock.

Wie entstehen eure Songs? Erarbeitet ihr Musik und Texte gemeinsam oder gibt es bei euch dafür eine klare Rollenverteilung?

Die Texte schreibt alle unser Sänger Moritz, er ist da am kreativsten. Riffs und Arrangements kommen dann bei den Proben von allen zusammen.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Nominierten habt ihr schon einen ersten Longplayer aufgenommen? Wie kam der Kontakt mit Drumming Monkey Records zu Stande?

Wir haben 2013 bei einem Konzert im Kölner Blue Shell zufällig Vom Ritchie, den Drummer der Toten Hosen, kennengelernt. Nach unserem Gig kam er zu uns und wir haben uns direkt super verstanden. Er fand unsere Show klasse und bot uns Support Gigs für sein Nebenprojekt CRYSSIS an. Nach einigen Shows stand das Thema mit dem Plattenvertrag im Raum, welchen wir 2015 unterzeichnet haben. Drumming Monkey Records wird von Vom Ritchie gemeinsam mit Roman Thiel betrieben, der seit vielen Jahren im Musikbusiness u.a. für Roadrunner Records & Warner Music tätig ist. Er produzierte dann mit uns das Album „Second Hand“ für das Label, das am 13.05.2016 als digitales Album, CD und als Vinyl LP erschien.

Was erwartet die Besucher eurer Live-Gigs und wann und wo haben unsere Leser die Möglichkeit demnächst live zu erleben?

Die Zuschauer können sich sicher sein, immer die bestmögliche Live Show geboten zu bekommen. Keine Kompromisse, immer ehrlich, laut & voller Leidenschaft. Dabei ist es egal, ob die Show montags abends in der Dorfspelunke vor 20 Leuten stattfindet, oder vor ein paar Tausend Festivalbesuchern auf der großen Bühne.
Für den Herbst bucht unsere Booking Agentur gerade fleißig neue Show, die wir hoffentlich bald bekannt geben können. Aber unsere traditionelle Dezember Show in Düsseldorf kann man sich schon mal für den 09.12.2017 in den Kalender schreiben.

Was ist das Beste, das ihr bislang in eurer jungen Karriere als Band bislang erlebt habt?

Die tollsten Ereignisse zu listen würde Ewigkeiten dauern, man kann das nicht alleine auf die Dauer eines Auftritts reduzieren. Auch eher unspektakuläre Shows können durch das Drumherum ein absolutes Highlight werden. Den größten Spaß hatten wir aber sicherlich bei den Festivals in Marsberg, bei der Show im legendären „Wild At Heart“ in Berlin und bei der diesjährigen Rock’n’Roll Butterfahrt nach Helgoland. Es sind immer fantastische Abende mit 1A Partys draus geworden.

Was würde es euch bedeuten den Newcomer-Award von popNRW zu gewinnen und wofür würdet ihr die Siegprämie einsetzen?

Es wäre natürlich toll, den Preis zu gewinnen. Aber ist auch so schon eine gute Sache, als nominierte Band mit dabei zu sein, die anderen Bands zu treffen und mit allen Leuten einen großartigen Abend zu verbringen. Was natürlich nicht heißt, dass wir das Ding nicht holen wollen.
Wegen der Prämie könnten wir jetzt George Best zitieren, aber das wäre zu platt 😉
Wir würden damit u.a. unser nächstes Album finanzieren, frisches Merch produzieren und den ein oder anderen Euro in neues Equipment stecken.

Welcher Künstler oder welche Band hätte eurer Meinung nach den Award für den besten Newcomer verdient?

Es gibt viele gute (leider unbekannte) Newcomerbands in NRW. Den Jungs von Love Machine würden wir es aber sehr gönnen. Top Sound und jede Menge Talent!

Interview: René Kirschbaum

Foto: Thomas Mohn

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