Irish Night

Flogging Molly, Palladium, 18.01.2019

Am vergangenen Freitag wurde das Palladium auf der Schanzenstraße zum mit Abstand größten Pub der Domstadt und Flogging Molly entfachten eine Stimmung als hätte Molly Malone persönlich zur nächtlichen Pub-Party geladen.

„Irish? Molly Malone? Pub? Flogging Molly kommen doch aus Kalifornien!?“ Ja natürlich: Der gebürtige Dubliner Dave King hat seinen Lebensmittelpunkt vor vielen Jahren bereits nach Los Angeles verlegt, aber die Songs, der Sound, die Instrumentierung und nicht zuletzt die zu Konzertbeginn in die Farben der irischen Flagge getauchte Bühne lassen keine Zweifel: Flogging Molly sind eine irische Band.

Und was für eine: Das Konzert in Köln war laut, intensiv und derart begeisternd das selbst Stoiker und Skeptiker mit der Zeit im wahrsten Sinne des Wortes vom mitreißenden Sound bewegt wurden. Und das galt im Grunde vom ersten Moment des Konzerts an. Die letzten Klänge des noch von Band kommenden The Who-Songs Baba O’Riley verklangen während der Vorhang fiel als Dave King & Co. mit (No More) Paddy’s Lament das Kölner Publikum mit auf einen wilden Ritt nahmen zu dem durch die Luft fliegende – nicht immer leere – Bierbecher genauso dazu gehören wir lautes Singen und wildes Tanzen. Und spätestens beim Klassiker Drunken Lullabies, der der dritte Song des Sets war, war bereits der Gipfel der Stimmung erreicht, den die begeisterte und begeisternde Band und das furiose Publikum für die kommenden anderthalb Stunden nicht mehr verlassen sollte.

Einen Anteil daran, dass es den kalifornischen Iren leicht fiel, die Fans in Wallung zu bringen hatten auch die Special Guests der Life Is Good Tour. Buster Shuffle aus London überzeugten mit einem spannend gemischten Ska-Punk-Rock und wurden zugleich auch ihrer Einheizer Rolle gerecht in dem sie mehrfach auch „Flogging Molly“-Rufe mit dem Publikum starteten.

Und eben jene brachten dann alles auf die Bühne, was man von Irish Folk und Punkrock erwartet. Songs über das Leben und Songs über den Tod, Songs zum Zuhören und Songs zum Mitsingen. Dave King und die Musiker von Flogging Molly bringen mit klassischen irischen Instrumenten wie Fiddle, Tin Whistle, Akkordeon oder Bodhrán und der typischen Punk-Instrumentierung E-Gitarre, Schagzeug und Bass all das in höchster Intensität auf die Bühne. Wie intensiv und auch mitunter anstrengend diese Konzerte auch für die Fans sind lässt sich daran ermessen, dass nach The Seven Deadly Sins – dem letzten Song des regulären Sets – fast ein Moment der Ruhe herrschte, den die meist wild tanzenden Fans benötigten um dann mit großem Applaus zu beginnen und dann in frenetische „Flogging Molly“-Sprechchöre über zu gehen.

Die Band dankte es natürlich mit einer Zugabe, die sie mit If I leave this world alive begannen und einen weiteren Song später endete ein bemerkenswertes Kozert damit, dass die Band und ihr Publikum gemeinsam den eingespielten Monty Python-Klassiker Alway Look on the Bright Side of Life sangen. Always Look on the Bright Side of Life oder eben kürzer auf den Punkt gebracht Life is Good: Treffender könnte man diesen irische Abend in Köln wahrlich nicht beschreiben.

Text: René Kirschbaum

Foto: Flogging Molly

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