Großes Konzert in kleiner Location

Ein sehr spannender musikalischer Abend bot sich am vergangenen Donnerstag mal wieder in Ehrenfeld. Und das konnte man schon beim Betreten des recht kleinen YUCA Clubs schon ahnen, denn die niedrige und kleine Bühne war bis zum Rand mit Instrumenten so vollgepackt, dass man sie auch für die Auslage eines gut sortierten Musikgeschäfts halten konnte. Und dazwischen fanden dann noch Blaudzun – also Sänger Johannes Sigmond und eine fünfköpfige Band – Platz.

Und natürlich gibt es dann auch keinen Bühnengraben, so dass man als Fan in der ersten Reihe in der schon aufpassen muss, dass Johannes Sigmond einen nicht versehentlich mal mit dem Griffbrett seiner Gitarre erwischt. Aber gleichzeitig hat man aufgrund der Größe der Band und der Intensität mit der Blaudzun in seinen Songs aufgeht das Gefühl sich in einer großen Konzerthalle zu befinden.

Genau in diesem Spannungsfeld schafft es Johannes Sigmond, dass seine Songs, die überwiegend natürlich aus dem Alben-Triptychon Jupiter stammen, die maximale Wirkung entfalten können. Er schaffte es dass der Funke, den die tanzbaren Indie-Songs entfachen, tatsächlich bis in die hinteren Reihen übersrang und das gesamte YUCA in Bewegung brachten. Und die Songs aus _UP_ – dem Finale der Dreierreihe – ergaben in dem Gesamtbild des Sets Sinn, so dass das finale Panel des Triptychons zum einen verbindend zwischen den anderen Teilen war, aber auch mit Hey Now und Easycome On für absolute Höhepunkte sorgte und die Begeisterung der Fans in Ehrenfeld mehrfach auf den Höhepunkt erhob.

Eine Zäsur im Set gab es zur Mitte des Programms. Den Song Solar widmete Johannes Sigmond einem in der Woche des Albumreleases von _UP_ verstorbenen Freund. Dieser kurze Bruch im sonst so treibenden Set sorgte für große Aufmerksamkeit im Publikum, dass dann für die Hookline It hurts too much to stay / but I won’t let go im Finale des Songs den Backgroundgesang lieferte. Generell kam das Publikum immer wieder gesanglich zum Einsatz und auch wenn es „nur“ bei Lalalas und Woohoos war – so wirkte es doch nie, so dass Blaudzun hierfür irgendwas künstlich hätte erzwingen müssen.

Nach diesem kurzen Moment der bedächtigen Ruhe, die durch Solar im Programm geschaffen wurde – und die am ehesten nochmal bei Elephants später erreicht wurde – nahm das Set dann mit Euphoria wieder Fahrt auf und der nachdenkliche Moment, den Sigmond geschaffen hatte, drückte auch nicht auf die gute Stimmung und die große Begeisterung auf und vor der Bühne. Nach über anderthalb Stunden endete mit Promises Of No Man’s Land ein fantastischer Konzertabend mit einer großartigen Band in einer für sie perfekten Location, auch wenn man den sympatischen Niederländern wirklich wünschen würde auch in Deutschland größere Hallen zu bespielen.

Text / Bilder: René Kirschbaum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

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