Folk im Kulturcafé Lichtung

Worry Dolls – Kulturcafé Lichtung, 06.11.2018

Die Worry Dolls sind zweifelsohne zwei Musikerinnen, denen es nicht am Mut fehlt ihren eigenen Weg zu gehen. Rosie Jones und Zoe Nicol, die ihr gesichertes Leben in London hinter sich ließen und nach Nashville gingen um ihre Folkmusik weiterzuentwickeln, wählen für die Entwicklung ihrer Karriere nicht immer den Weg des geringsten Widerstands.

Und das spiegelt sich auch in ihren abwechslungsreichen Folksongs, die sie unter anderem 2017 auf ihrem Debütalbum Go Get Gone veröffentlichten, wider. Ihre Songs folgen meist klassischen Folkschemen und werden von den beiden Musikerinnen in der Regel auf Gitarre und Banjo begleitet. Gerne erzählen die beiden Britinnen auch die Geschichten hinter den Songs oder Anekdoten Ihres gewählten Karrierewegs. Und auch ihre Lieder sind natürlich geprägt durch Erlebnisse und Eindrücke dieses spannenden Lebensabschnitts.

Und auf ihrem Karriereweg stand für die Worry Dolls im Herbst ihre erste musikalische Tour durch Deutschland auf dem Programm. Und auch hierfür nahmen die beiden Musikerinnen, die zusätzlich von einem Drummer begleitet werden, wieder nicht das bequemen Weg zunächst als Support Act einer arrivierten Band gleich größere Bühnen zu bespielen. Nein, sie machten sich – nachdem sie für ihre Deutschland-Premiere in der Hamburger Nochtwache als Support Trampled By Turtles begleiteten – alleine auf deine eigene Tour durch ganz kleine Locations in Deutschland.

In Köln wählten sie das Kulturcafé Lichtung in der Südstadt. In dem kleinen Café mit der sehr persönlichen Wohnzimmeratmophäre spielten sie ein fast schon klischeehaftes Minikonzert bei freiem Eintritt. Nach dem Konzert hatte dann jeder der gut dreißig Zuhörer die Gelegenheit einen kleinen Obulus für die Künstler in einen Hut zu schmeißen. Auf diese Art haben auch schon ganz große Karrieren begonnen. Ob auch die Worry Dolls die ganz große Karriere machen werden weiß ich natürlich nicht, aber an diesem Herbstabend in der Domstadt spielten sie auf jeden Fall ein tolles, kleines Konzert und präsentierten den Zuhörern Songs aus ihren bisherigen Veröffentlichungen und auch einige neue, bislang unveröffentlichte Songs.

Und zu ihren Songs haben die beiden Musikerinnen auch eine Menge zu erzählen. Denn wer nicht den bequemen Weg, weiß auch kleine Erfolge zu schätzen und darüber zu berichten. Sei es, dass man eine Nominierung für einen Award eingeheimst hat oder auf der gleichen Bühne spielen darf wie Mumford & Sons. Solche kleinen Erlebnisse sind es scheinbar, die dann für eine junges Folk-Duo sicherlich auch mal eine Brücke über schwierige Zeiten sind.

Und alle diese Erlebnisse finden sich auch alle in den Folksongs wieder, die mal durch traurige Melancholie, mal durch Trotz und Aufbruchsstimmung geprägt sind. Und gerade in dieser sehr persönlichen Atmosphäre, die die Café-Räumlichkeiten der Lichtung bieten, lässt die Folksongs extrem authentisch wirken. Sie bietet Musik-Fans eine ungezwungene Gemütlichkeit um neue Musik zu entdecken und zu genießen. Und so ist es sicher auch Rosie Jones und Zoe Nicol gelungen einige Zuhörer am Ubierring für ihre Musik zu begeistern.

Für mich lieferten die Folkmusik, die ab und an auch ein wenig in ein modernes Popgewand gehüllt wird, einen tollen Abend und die Erkenntnis, dass es auch diese kleinen Konzerte und Locations sind die Musik- und Kulturszene in Köln lebendig machen. Die Lichtung werde ich auf jeden Fall irgendwann nochmal besuchen und ich bin gespannt, ob sich auch die Wege mit den Worry Dolls nochmal kreuzen werden.

Text: René Kirschbaum

 

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