Die Höchste Eisenbahn, Köln, Gloria, 21.10.2019

 

Die Höchste Eisenbahn ist streng genommen eine deutsche Supergroup, da jedes Bandmitglied in anderen Combos bereits erfolgreich musizierte. Die beiden Frontmänner und Sänger Moritz Krämer und Francesco Wilking sind als Solosänger oder Frontmann der Band Tele bekannt. Bassist Felix Weigt wirkte bereits bei Kid Kopphausen, Spaceman Spiff oder bei der Solokarriere des Sängers von Kettcar Marcus Wiebusch mit. Als Hund Marie hielt Drummer Max Schröder jahrelang Olli Schulz aus und musizierte bei Tomte und der Hansen Band an verschiedenen Instrumenten. Das Quartett weiß also wie es geht.

Doch bevor vor allem die neuen Songs aus dem dritten Album Ich glaub Dir alles vorgestellt werden, gehört zunächst dem Support Tristan Bursch die Bühne. Mal verstörend, wirr und provokant und mal leise und melancholisch und leise trägt er allein an Klavier oder Gitarre Songs vor oder gibt Lyrik und Poetisches zum Besten. Nicht alles ist gelungen, manches soll intellektuell wirken, verfehlt die Wirkung aber zumindest beim Autor.

Die gut 1 ¾ Stunden, die die Jungs von der Höchsten Eisenbahn auf der Bühne danach sind, stellen dagegen eine echte Wohltat dar. Auch wenn es ein bisschen dauert bis die Leute im ausverkauften Gloria und die Band miteinander warm werden, so steigert sich die Stimmung doch kontinuierlich. Was aber den Abend genauso prägt wie die Songs, sind die humorvollen Ansagen und Anekdoten der Band. Entertainern können vor allem Francesco Wilking und Moritz Krämer exzellent. So werden Greta Thunberg aber auch die Kinderkonzerte von Unter meinem Bett, wo alle Musiker regelmäßig mitwirken, gekonnt auf die Schippe genommen, plump wird es dabei glücklicherweise nie.

Ehrlicherweise ist deutlich zu spüren, dass die Songs aus den beiden vorherigen Alben besser ankommen, die aber auch ausreichend im Set gespielt werden. Aufs Land gefahren, Schau in den Lauf, Hase sowie Was machst Du dann? sind die Stücke, wo der größte Bewegungsdrang im Publikum zu sehen ist. Interessanterweise sind die Songs des Abends häufiger leicht anders arrangiert als auf den Alben. Für den geübten Hörer kann die Veränderung ungewohnt sein. Und auch der Sound im Gloria selbst ist nicht astrein an diesem Abend. Stimmen und Gesang sind manchmal schwer zu verstehen, da die Instrumente dominanter sind. Doch das sind nur kleine Schwächen, die ein gutes Konzert minimal trüben. Punkten können die Vier mit Authentizität, Fannähe und Spielfreude.

Was will man mehr?

Homepage
Facebook
Instagram

Foto: Joachim Gern

Erzählt von uns: Facebooktwitterby feather