Bosse bittet zum Tanz

Bosse – Alles ist jetzt

VÖ: 12.10.2018

Eine Karriere, die eigentlich schon nach wenigen Jahren in den 00er-Jahren vor dem Aus schien geht steil und inzwischen präsentiert Axel Bosse mit Alles ist jetzt sein siebtes Studioalbum. Nachdem es auf den ersten Alben eher rockig zuging, schaffte er 2011 mit Wartesaal den Absprung in den deutschsprachigen Songwriter-Pop, den er spätestens mit seinem ersten Nummer 1-Album Engtanz zu modernem Indie-Pop weiterentwickelte.

Und diesen Weg geht der niedersächsische End-Dreißiger jetzt konsequent weiter und stellt mit Alles ist jetzt ein weiteres häufig tanzbares Indie-Album vor. Die Songs liefern immer einen eingängigen Pop-Sound, der aber leider ab und an auch versucht Probleme und schwierige Lebenssituationen weg zu tanzen. Und so bleiben leider auch Songs über schwierige zwischenmenschliche Beziehungen wie Indianer und Pjöngjang ein wenig zu sehr an der Oberfläche und grenzen durch tanzbare Rhythmen und Melodien den Hörer mitunter ein wenig aus der Geschichte aus.

Aber auf der anderen Seite findet Axel Bosse immer wieder interessante und kreative Worte um die beschriebenen Situationen für den Zuhörer greifbar zu machen. So wählt er die bereits erwähnte Hauptstadt Nordkoreas als ein Bild für eine zurückgezogene sich abgrenzende Person oder die Vorstellung von Robert de Niro bei Berlin – Tag und Nacht als Beschreibung des sich im Leben deplatziert Fühlens.

Bosse findet in den zwölf Songs seines jüngsten Longplayers eine eingängige und letztlich gut abgestimmte Mischung zwischen aufmerksamkeitswürdigen Texten und eingängigen Indie-Tanz-Sounds, so dass ihm in Summe ein ordentliches Pop-Album gelungen ist, das mit Sicherheit auf seiner Tour durch die Clubs im November oder die großen Hallen im März Spaß machen wird und für die Fans eine Mischung aus Tanzen und Lauschen bringen wird. Und für langjährige Hörer, die – wie ich – stilistisch Wartesaal oder Kraniche präferieren, findet Bosse mit dem letzten Song Ich bereue nichts den richtigen Ton.

Aber wer es schafft, dass man sich ab und an dabei erwischt „Pjöngjang, Pjöngjang“ vor sich hin zu trellern, der hat auf jeden Fall etwas einprägsames geschafft und das kann weiß Gott nicht so schlecht sein. In diesem Sinne Augen zu, Musik an und viel Spaß mit Alles ist jetzt.

Tourtermine:

Alles Ist Jetzt Clubtour 2018
01.11. Cottbus – Gladhouse
02.11. Chemnitz – AJZ Talschock
05.11. Dortmund – FZW Freizeitzentrum West
06.11. Bremen – Schlachthof
07.11. Rostock – M.A.U. Club
09.11. Kiel – Halle 400
10.11. Hamburg – Große Freiheit 36
11.11. Berlin – ASTRA Kulturhaus
22.11. Fulda – Kreuz
24.11. Freiburg – E-Werk
26.11. Ravensburg – Konzerthaus
27.11. Nürnberg – Löwensaal
28.11. Regensburg – Eventhall-Airport
02.12. Heidelberg – halle02

Alles Ist Jetzt Tour 2019
11.03. Stuttgart – Liederhalle Beethovensaal
12.03. München – Tonhalle
13.03. Saarbrücken – Saarlandhalle
15.03. Offenbach – Stadthalle
16.03. Münster – MCC Halle Münsterland
17.03. Erfurt – Thüringen-Halle
19.03. Berlin – Columbiahalle
20.03. Berlin – Columbiahalle
22.03. Hamburg – Sporthalle
23.03. Hamburg – Sporthalle
25.03. Leipzig – Haus Auensee
26.03. Hannover – Swiss Life Hall
27.03. Bremen – Pier 2
29.03. Köln – Palladium
30.03. Köln – Palladium
22.08. Bochun – Zeltfestival Ruhr
23.08. Dresden – Junge Garde
24.08. Braunschweig – Volksbank BraWo Bühne

 

Text: René Kirschbaum

Bilder: Tim Bruening / Universal Music

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