Austro-Pop-Leichtigkeit

Granada – Ge Heim

VÖ: 22.06.2018

Der neue Austro-Pop ist ehrlicherweise lange an mir vorbei gegangen. Ich hatte tatsächlich Zugangsschwierigkeiten dazu, die gar nicht daran liegen, dass sich Texte nicht unmittelbar beim ersten zuhören immer erschließen. Aber so ganz konnte ich mich nicht anfreunden – die einzige Ausnahme war lange Ja, Panik mit DMD KIU LIDT. Selbst Wanda schaffte es nur mit einiger Zeitverzögerung mich zu überzeugen – dann aber doch richtig.

Jetzt ist Granda auf meinem Tisch gelandet. Das erste selbstbenannte Album ist komplett an mir vorbei gegangen. Und heuer – wie man bei Granadas zu Hause wohl sagt – legen sie ihren zweiten Longplayer vor. Und auch wenn man nicht zwingend jeden Song, jede Zeile oder jedes Wort beim ersten Hören versteht, so macht man sich doch schnell Freund mit Ge Heim.

Und bei Songs wie Sauna und Mallorca im Regen ist es für die Gesamtinterpretation des Albums gar nicht so 100%ig notwendig, dass man tatsächlich Wort für Wort den Texten folgt – sie werden wohl nie für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen werden. Aber das macht auch gar nichts. Die Songs von Granada machen Spaß, sie liefern eine Mischung aus Pop, Indie und irgendwo meint man auch ein paar volkstümliche Einflüsse zu hören. Eine Mischung die ankommt und eine Mischung die den Granada-Sound eingängig macht. Zumindest bei der Laune kann man sich Jan Georg Plavec anschließen, wenn er in der Stuttgarter Zeitung feststellte: „Sie sind wie Wanda – nur besser gelaunt.“ Dass eine Band wie die andere ist, möchte ich aber nicht behaupte, weil jeder Künstler doch für sich betrachtet werden kann.

Aber – soweit ich das aus den Texten raushören kann – hat man in Graz mit Probleme zu tun, die auch Bands in Deutschland geläufig sind. Die Situation in Berlin kennt man aus verschiedenen deutschen Pop-Songs und ließ eine Band mit K aus Karl-Marx-Stadt dort gar nicht erst hin wollen.

Und die vermutlich junge Dame in Prada könnte die Tochter oder nach kurzem Rechnen fast schon Enkelin der Queen vun der Ihrestoß sein, die BAP ebenfalls nicht für jedermann direkt verständlich besungen hat.

Zum Ende des Albums brechen Granada und singen dem Hörer in Vom Herz kummt noch eine Pseudo-Ballade, die doch irgendwie in den Gute-Laune-Pop übergeht und Verwoitn präsentiert sich zum Abschluss der 12 Songs im Polit-Chanson-Gewand und macht trotzdem Laune – wenn auch etwas trotziger.

Was lässt sich nach meinen ersten Granada-Erfahrungen sagen? Austro-Pop macht gute Laune und muss nicht immer depressiv mitgetragen sein wie es bei Wanda der Fall ist. Aber da der Name „Wanda“ jetzt fasst häufiger gefallen ist, als die Band um die es hier geht.

Diese Band heißt Granada und hat mit Ge Heim ein unterhaltsames Pop-Album abgeliefert. Und die im ersten Moment fremde Sprache erschloß sich mir mit der Zeit immer mehr – vielleicht weil ich selbst noch Dialekt sprechen kann. Und nein, Granda ist nicht wie – na ihr wisst schon. Granada ist gut gelaunt.

Wer sich davon überzeugen möchte hat unter anderem am 01. September beim c/o pop und am 24. November im Luxor die Chance dazu.

Alle Tourtermine:

14.07. Regensburg – Festival
15.07. Würzburg – Fest am Stein
16.07. Passau – Eulenspiegel
20.07. Friedberg bei Augsburg – Südufer Festival
28.07. Chieming – Seewärts Festival
05.08. Weissenberg – Festival
09.08. Rothenburg ob der Tauber – Taubertal Open Air
17.08. Dornbach – Obstwiesenfestival
18.08. Hamburg – MS Dockville
01.09. Köln – C/O Pop
19.11. CH-Zürich – Bogen F
20.11. Freiburg – Jazzhaus
21.11. Stuttgart – Club im Wizemann
22.11. Wiesbaden – Kesselhaus
23.11. Hannover – Lux
24.11. Köln – Luxor
26.11. Dresden – Groove Station
27.11. Leipzig – Naumanns
28.11. Hamburg – Nochtspeicher
29.11. Berlin – Lido
01.12. Ingolstadt – Festival
02.12. Regensburg – Mälzerei
03.12. Erlangen – E-Werk
04.12. Augsburg – Neue Kantine
06.12. Linz – Posthof
07.12. Graz – Orpheum
08.12. AT-Saalbach – Bergfestival
11.12. München – Muffathalle
12.12. Salzburg – Rockhouse
15.12. AT-Wien – Arena

Text: René Kirschbaum

Foto: Carina Antl

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