Aus dem Wohnzimmer auf die Bühne

Der Hausherr im Wohnzimmer der Songwriter hat für Ende Januar und Anfang Februar seine sieben Sachen in einen Ford Kombi gepackt und für drei Wochen die gemütliche Sitzecke mit Stehlampe gegen Bühnenbretter und Rampenlicht getauscht. Innerhalb von 22 Tagen hat sich Tex 20 Solo-Konzerte in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorgenommen.

Am 20. Januar führte ihn seine Deutschlandreise nach Düsseldorf. Die ausgewählte Location wirkte auf den ersten Blick für einen akustisch spielenden Songwriter  eher ungewöhnlich. Tex wählte als Auftrittsort die Rock-Kneipe Pitcher – Rock’n’Roll Headquarter aus. Und man kann so viel vorweg nehmen, auch wenn auch während des Konzerts immer eine kneipentypische Grundunruhe gerade im hinteren Bereich herrschte, gelang es dem Künstler dennoch seine ruhigen, geschichten-erzählenden Lieder sehr gut zu präsentieren und das gesamte Publikum zu erreichen.

Zu Beginn des Konzertes – wie später auch am Ende – musste sich Tex zunächst einen Weg durch die dichten Publikumsreihen im ausverkauften Pitcher bahnen, um vom improvisierten Backstage – der im Pitcher seinem Namen nicht wirklich gerecht wird, da er sich gleich am Eingangsbereich der Kneipe befindet – zur Bühne zu gelangen. Da er auf dem Weg wohl in seinem Anorak seine Setlist vergessen hatte und es eine Weile dauerte, bis man ihm diese zukommen lassen konnte, begann das Konzert als Wunschkonzert, da Tex seinem Publikum die Auswahl der ersten Songs überließ. Dies führte dann auch dazu, dass bereits als dritter Song mit Hallo Julia einer seiner „Gassenhauer“ gespielt wurde.

Nach drei Songs war die vermisste Liste dann auf der Bühne angekommen und es startete das regulär geplante Set für ein inklusive Pause knapp zweistündiges Konzert. Dieses Set setzte sich in erster Linie aus Liedern aus seinem per Crowdfunding finanzierten Album Von Hier bis auf’s Dach. Hinzu fanden neben einigen weiteren eigenen Songs auch verschiedene Coverversionen ihren Platz im Programm. So spielte er mit gesanglicher Unterstützung So Long, Marianne als Hommage an den im vergangenen Jahr verstorbenen Leonard Cohen. Aus dem Repertoire des großartigen Rio Reiser, dessen Tod sich 2016 zum zwanzigsten Mal jährte spielte er mit Zauberland und Stiller Raum gleich zwei Titel.

Für seine Version von Glen Hansards Falling Slowly, griff er ein wenig auf das Überraschungsgast-Prinzip aus den tvnoir-Shows zurück. Er spielte den Song nur unter der Bedingung, dass sich jemand aus dem Publikum findet, der bzw. die bereit ist den Song mit ihm zu singen. Nach kurzer Suche fand sich dann auch eine junge Dame, die – wie sich dann rausstellte – zwar nicht wirklich textsicher war, aber doch gesangliche Qualitäten besaß, so das ein unterhaltsames Duett entstand.

Für zwei weitere Songs hatte sich Tex ebenfalls eine ganz besondere Form des Duetts überlegt. Über einen Projektor und eine Leinwand holte er sich seine Gesangspartnerinnen per Video auf die Bühne und ließ so, obwohl er alleine unterwegs war, nahezu täuschend echte Duett-Atmosphäre entstehen. Insbesondere bei der mit Alin Coen gesungenen Version von Haut – in der auch Tim Neuhaus noch per Video am Schlagzeug hinzu kam – gewann man, wenn man die Augen schloss, den Eindruck, dass tatsächlich alle Künstler vor einem auf der Bühne stehen.

Mit dem auf Nachfrage vom Publikum nahezu einstimmig gewünschten Song Cola, den Tex als Zugabe zu seinem Programm – in dem er immer wieder wechselnd mit Gitarre oder Klavier seine Lieder begleitete – spielte, endete ein unterhaltsamer und in mancherlei Hinsicht ungewöhnlicher Konzertabend.

Wer Lust hat Tex auch noch live zu sehen, kann dies noch bis zum 08. Februar tun. Und eine weitere gute Nachricht gibt es auch noch: Die beliebten tvnoir-Shows kommen wieder! Im Frühjahr werden neue Shows im Heimathafen in Belin-Neukölln produziert werden. Die Finanzierung erfolgte, wie schon beim letzten Album von Tex über einen Crowdfunding-Aufruf.

Weitere Tourtermine:

24.01.2017 Regensburg, Ostentor Kino
25.01.2017 Linz, Posthof
26.01.2017 Wien, Chelsea
27.01.2017 Bad Aibling, JIM’s Bergwerk
28.01.2017 Augsburg, SoHo Stage – Ausverkauft
29.01.2017 Würzburg, Kellerperle
30.01.2017 Michelstadt, Unterholz
31.01.2017 Freiburg, Jazzhaus
01.02.2017 Zürich, NEO
03.02.2017 Kaiserslautern, Kammgarn Cotton Club
04.02.2017 Plauen, Malzhaus
05.02.2017 Dresden, Scheune
06.02.2017 Hannover, Pavillon
07.02.2017 Hamburg, Knust
08.02.2017 Berlin, Astra Kulturhaus

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