An evening with Nada Surf

Unter diesen Titel haben die New Yorker Indie-Rocker ihre Tour gestellt auf der sie kein neues Album im Gepäck hatten, sondern den 15. „Geburtstag“ von Let Go feierten. Und für diese Feier hatten sich Matthew Caws, Daniel Lorca & Co. etwas ganz Besonderes ausgedacht.

 wurden zu ihrer eigenen Vorband. Zu Beginn des Abends im ausverkauften Bürgerhaus Stollwerck spielten sie das komplette Jubiläumsalbum. Das Album, das für die Band einen absoluten Meilenstein bedeutete, da es ein Neuanfang nach den ersten beiden Newcomer-Alben war. Dies erläuterte auch Daniel Lorca während des Sets nocheinmal um zu erklären, warum die Band dieses Jubliäum so besonders begeht. Die Songs zeigen perfekt die komplette Bandbreite die Nada Surf zu bieten. Perfekte Popsongs, die sich einen Platz irgendwo zwischen wuchtigem Alternative Rock und mal melancholischem, mal tanzbarem Indie-Pop suchen.

Als Let Go das Licht der Musikwelt erblickte, war soundchecker.koeln bestenfalls eine vage Idee, daher bediene ich mich für einen Auszug aus der Albumkritik bei laut.de: „Und gerade das macht dieses Album aus, es erlangt durch die nicht vollkommenen Momente eine gewisse Unbeschwertheit. […] Alles in allem ist „Let Go“ eher bedächtig geraten, ohne dabei das Maß für einen ordentlichen Pop-Appeal zu verlieren. Damit schaffen sie gitarrenlastige Liebeslieder der oberen Güteklasse.“ Und genau diese obere Güteklasse brachte die bestens aufgelegte Band auch an diesem Abend auf die Bretter, die ihren Fans aus Köln und Umgebung an diesem Abend die Welt bedeuteten.

Nach dem Full-Album-Set legte die Band eine angekündigte Pause ein und die schon jetzt begeisterten Fans fragten sich, welche und wie viele Songs jetzt noch kommen würden. Und wer dies an der Technik erfragt bekam grinsend eine Setlist gezeigt, die nochmals eine gesamte DIN A4  Seite umfasste. Sprich: Auf das Album aus 2002 folgte nochmals eine komplettes Best Of-Konzert, das wohl keinen Fanwunsch offen gelassen haben dürfte.

Das zweite Set – dem dann natürlich auch noch eine Drei-Song-Zugabe folgte – war ein musikalischer und stimmungsmäßiger Steigerungslauf, der tatsächlich zum Konzertende um 23:45 Uhr seinen Höhepunkt erreichte und so dann alle Fans und die, die es an diesem Abend geworden sind, begeistert und gut gelaunt in die verregnete Kölner Nacht entließen.

Neben der musikalisch großartigen Band gehört für diesen Abend auch ein Kompliment den Sound- und Lichttechnikern, denen es gelang die leichte Mehrzweckhallenatmosphäre, die mit einem solchen Bürgerhaus halt immer ein wenig einher geht, perfekt zu kaschieren und den Raum in den perfekten Konzertraum für diesen Abend zu verwandeln.

Eine Erwähnung sollte es auch wert sein, dass Let Go vor Kurzem eine Neuveröffentlichung erlebt hat. Dieses Mal wurden je eine Coverversion jedes Songs zusammengetragen. Hieran beteiligten 13 Künstler und Bands, so unter anderem Manchester Orchestra, Aimee Mann und Ron Gallo. Unter dem Titel Standing at the Gates: The Songs of Nada Surf’s Let Go kann man sich diese Neuveröffentlichung bei den diversen Streamingdiensten anhören. Als positiver Nebeneffekt der sehr spannenden und hörenswerten Versionen, werden die Erlöse aus diesem Coveralbum komplett an die ACLU und The Pablove Foundation gespendet.

Text / Bilder: René Kirschbaum

 

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