50674 Köln, California

Train

Köln, Luxor, 13.10.17

Wenn das sangesfreudige Köln auf das oft besungene Kalifornien trifft, dann muss musikalisch ja was tolles dabei heraus kommen. So auch an diesem Abend im Luxor als sich Train aus San Francisco um Frontmann Patrick Monahan in der Domstadt die Ehre gaben.

Und schon um halb acht stand der Zug unter Volldampf und zum Klang einer einfahrenden Bahn betraten Monahan und Band die Bühne des ausverkauften Luxors. Und vom ersten Song an zeigten die Musiker sich in bester Form und bester Laune. Von den ersten Songs an legte Monahan alles rein und suchte während des gesamten Konzerts immer wieder die Interaktion mit dem Publikum.

Er suchte den Kontakt mit dem Publikum, er machte während des Singens Selfies mit den Handys der Fans aus der ersten Reihe und filmte das feiernde Publikum mit seinem Handy, er forderte das Publikum immer wieder zum Mitsingen auf – was sich ein Kölner Publikum natürlich nicht zweimal sagen ließ. Zwischendurch sang er schon Mal Play That Song an gab sich überrascht davon, dass die Fans gleich euphorisch mit einstiegen, musste dann aber eingestehen, dass er den Song erst deutlich später im Set – nämlich zum Abschluss – eingeplant hat.

Aber nicht nur den Gruppengesang wurde von Monahan gefördert, sondern er entdeckte auch einzelne Gesangstalente im Publikum, als er bei Bruises einer jungen Dame das Mikrofon hinhielt und sie wie selbstverständlich gesanglich in die Nummer einstieg.

Musikalisch waren Train in Hochform und auch sonst wussten sie, wie man das Publikum das Publikum glücklich macht: Bereit während des Konzerts warfen sie Plektren ins Publikum und verteilten auch einige Band-Shirts während eines Songs im Publikum. Eines davon wurde sogar live auf der Bühne signiert. Fan-Service at it’s best.

Aber nicht nur der Unterhaltungsfaktor stimmte – auch musikalisch passte es an diesem Abend. Natürlich gab es die Radiohits Hey, Soulsister, Drive By und dem „Oldie“ der Band Drops Of Jupiter, der zu Begeisterung der Fans den Abschluss des Konzerts bildete, zu hören. Aber besonders erwähnenswert war der nur auf dem Piano begleitete Song Always Midnight, der aus dem Soloalbum Patrick Monahans stammt und den er ohne Verstärker präsentiert und dabei von der Band als Chor verstärkt wurde.

Ebenfalls bemerkenswert war die Coverversion von Under Pressure, die die Band in der Zugabe präsentierte und mit der sie sich die gesamte Band musikalisch und gesanglich nochmals von ihrer besten Seite präsentierte und mit der sie auch die Stimmung in Richtung finalen Höhepunkt weiter anheizte.

Wie eingangs erwähnt: Wenn kalifornische Entspanntheit auf rheinische Begeisterungsfähigkeit trifft hat ein solcher Abend viel Potential. Und Train haben eine Menge dieses Potentials auch ausgeschöpft.

Text / Bilder: René Kirschbaum

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