10 Fragen an Clara Clasen!

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Am 19. Juni 2020 erschien mit Cynadide & Cream das aktuelle Album von Clara Clasen. Wir haben die Bonnerin über den Unterschied zwischen Debütalbum und der neuesten Veröffentlichung befragt und auch sonst einiges Interessante erfahren. Viel Spaß mit dem nun folgenden Interview.

Soundchecker.Koeln: Wie würdest Du den Erschaffensprozess deines Debütalbums charakterisieren?

Clara Clasen: Mein Debütalbum ist 2018 unter dem Titel „Sugar & Morphine“ erschienen und war grundsätzlich ein großes Experimentieren mit Kontrasten. Viele düstere Themen verpackt in scheinheilige Melodien, viel Wut und Trauma mit einem schiefen Lächeln. Das fühlte sich zum Teil wie ein großer Kraftakt an, hat aber neben der ganzen introspektiven Arbeit auch irre viel Spaß gemacht.

Jetzt erscheint Cyanide & Cream, ist das die logische Fortsetzung?

Das erste Album trug ja den Titel „Sugar & Morphine“. Wir wollten mit der Namensgebung der neuen CD zeigen, dass sie zu S&M dazugehört, weil viele der Songs des ersten Albums hier akustisch interpretiert werden. Beide Titel spielen mit Bildern von Abhängigkeit, Beeinflussung, Macht, Zerstörung und Anziehung, so wie es die zugehörigen Songs auch tun.

Wie ist deine Erwartungshaltung mit dem Album?

Spätestens seit Corona versuche ich, mir Erwartungshaltungen abzugewöhnen. Und sobald das Album erschienen ist, liegt Vieles sowieso einfach nicht mehr in meiner Hand. Die Erwartungshaltung, vor allem an mich selbst, dominiert den Schaffensprozess und die kreative Umsetzung, aber sobald das abgeschlossen ist, ist ein großer Teil Abwarten und Beobachten.

Wie kann man generell sagen, entsteht ein typischer Song von Dir, von der Inspiration bis hin zum fertigen Song?

Das ist jedes Mal unterschiedlich. Häufig kommt die Inspiration ja nicht so, wie man sie gerne planen würde, und man sitzt irgendwo im Bus oder ist woanders unterwegs. Dann versuche ich die Idee schnellstmöglich festzuhalten, manchmal in einem Voice Recording, manchmal als ein Stück Text im Notizbuch. Danach suche ich meistens auf der Gitarre eine Tonart und ein paar Grundakkorde und singe eine grobe Gesangsmelodie darauf. Die ist erstmal nonverbal oder irgendein Unsinn. Danach mache ich mir Gedanken über die restlichen Instrumente und das Arrangement und nehme das alles in einem ersten Demo auf. Oft schreibe ich dann erst die Lyrics. Und nehme dann noch ein Demo auf. Der Feinschliff im Studio passiert dann nochmal mit viel Beratschlagung mit den Instrumentalist*innen und meinem Produzenten, und es wird viel diskutiert und verändert und ausprobiert. Aber manchmal läuft es auch ganz anders, das kann ich wirklich nicht so pauschal sagen.

Warum sollte man Dich unbedingt live anschauen?

Weil wir als Band eine sehr energetische, theatrale und abwechslungsreiche Show spielen. Kommt für den Rock, bleibt für die Nacktheit und die Tränen.

Welche drei Dinge sollten Deiner Erfahrung nach auf keinem Fall im Tourgepäck fehlen?

Dein Instrument und Dein Merch. Sonst:- Anginetten- Einweg-Kamera- Autofahr-Playlist

Welches Lied hättest Du gerne selbst geschrieben und warum?

„It Will Come Back“ von Hozier, weil es so eine fantastische Mischung aus Sehnsucht, Verzweiflung, Gebrochenheit, Sex und Creepiness ist

Mit wem würdest Du gerne mal zusammen ein Stück aufnehmen?

Green Day oder Dead Sara.

Wo siehst Du duch und Deine Musik in 10 Jahren?

Entweder unter’m Küchentisch oder bei Rock am Ring auf einer Main Stage.

Vervollständige bitte den folgenden Satz: Musik ist für mich die Welt, weil …..

. sie immer Verbindung bedeutet. Und weil ich ohne sie sicher noch viel wunderlicher geworden wäre.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg mit dem neuen Album.

Cyanide & Cream erschien am 19. Juni 2020.

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Text: Dennis Kresse

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